10/01/99 -
Overclocking hier - overclocking da - was denn nun?
Eine Warnung vorab: In zwei bis drei Tagen ist der Artikel
wahrscheinlich wieder überholt ;-)
Seit dem TNT Test auf Tom´s Hardware und dem erscheinen des ASUS Tweak Utilities ist
das Thema aufeinmal sehr aktuell geworden. Die Treiber der Hercules Dynamite TNT bieten
eine Overclockingmöglichkeit. ASUS hat eine Betaversion eines Overclocking Utils für die
V3400 TNT veröffentlicht und Creative hat eine Option zum übertakten des Speichertakts
in seine Treiber integriert.
Doch was tun wenn man Overclocken möchte, die Treiber des
Herstellers aber keine Option dazu bieten?.... Da gibt es nun mehrere Möglichkeiten:
Bei RIVA Extreme ist ein Chrack zum ASUS Tweak Util aufgetaucht, der die
Treiberabfrage ausschaltet. Davon ist aber absolut abzuraten, da das Tool
laut Riva Extreme danach falsche Werte anzeigt! - Dazu kommt das es viel sicherere
Möglichkeiten gibt!!!
Eine weitere Möglichkeit bieten die neuen Hercules Dynamite TNT Treiber. In
diesen Treibern ist keine Kartenabfrage integriert. Das bedeutet das sie mit ALLEN
TNT-Karten zusammenarbeiten. Allerdings ist hier nur ein Verändern des TNT und
Speichertakts möglich. Das Einstellen eines schnelleren Speicher-timings ist nicht
möglich. Doch dazu später mehr.
Die dritte Möglichkeit bietet Powerstrip von Entech Taiwan. In der neusten
Betaversion (Download)
ist auch eine Option zum Fast Memory Timing integriert. In Benchmarktest habe ich die ASUS
V3400 erfolgreich mit 105/125 incl. FastMem laufen lassen. Allerdings habe ich zur
Sicherheit einen grossen Ventilator vor das Rechnergehäuse gestellt.
Das 'Problem' bei Powerstrip ist, das es eingestellte Takt-Werte nicht sichert, es
sei denn man registriert die Software. Mit der neusten Version gibt es aber eine
Möglichkeit diesen Aufwand zu reduzieren:
Powerstrip installieren und im OC Menü den gewünschten Takt
incl. Fast Memory Timing einstellen. Danch erstellt man sich eine Verknüpfung zu
Powerstrip, die man in den Windows Autostart Folder stellt. Die
erforderliche EXE-Datei zu Powerstrip findet man unter 'c:\windows'

Nun startet Powerstrip beim Rechnerstart mit den
Werten 120MHz Speichertakt und 100MHz TNT-Takt. Die Werte können frei nach Wunsch
geändert werden. Auch die Aktivierung des Fast Memory Timings bleibt erhalten. Lediglich
eine Meldung von Powerstrip muss man beim Start mit OK bestätigen.
Nun, wie sind nun die erzielbaren Ergebnisse?
Momentan ist es recht schwierig im Web Werte zu finden die sich mit den eigenen
vergleichen lassen. Die neusten Diamond Treiber für die Viper V550 (noch nicht offiziell
released - siehe Viper3D) erzeugen
utopisch hohe Werte in 3DMARK99 (2463 bei 90/110 und 2690 bei 108/125) - Entweder basieren
diese Treiber auf neueren und schnelleren nVidia Referenztreibern und/oder sie sind
einfach für gewisse Benchmarks 'optimiert', geben also keine realen Werte wieder. Da ich
die Viper V550 schon getestet habe, kann ich sagen das die Karte an sich kein deut
schneller ist wie andere TNT Karten - Dies gilt genauso für alle anderen TNT Karten. Alle
Hersteller benutzen mittlerweile das gleiche Boardlayout mit 8ns SDRAM Speichermodulen
(ELSA nur mit der OEM-SDRAM Version. Die im normalen Handel erhältliche SGRAM version
benutzt ein spezielles Board-Layout mit 8ns SGRAM Speicher). Geschwindigkeitsunterschiede
sind nur durch Treibermodifikationen zu erreichen (SGRAM ist bei 16MB Speicher onboard
nicht schneller als SDRAM - dazu kann SGRAM bei 3D Grafik keine Vorteile aus schnelleren
Block-write Operationen für sich verbuchen, wie sie bei SGRAM möglich sind). Dies kann
der Speichertakt oder TNT-Takt sein, oder auch das Memory timing - wie es seit neustem
bekannt ist.
Wenn also eine Karte plötzlich total aus dieser Situation herausbricht, ist etwas
'faul'. Ich habe meine Werte auch mit denen eines Freundes verglichen, der einen Celeron
300A mit 450MHz betreibt, in einem anderen Mainboard und mit gleichem RAM ausbau (128 MB).
Diese Werte sind bis auf 10 Punkte identisch mit meinen Ergebnisse (PII 450MHz - SL2W8).
Eine mögliche Bremse könnte noch meine ISA-Soundkarte darstellen. Neuerdings gilt dies
in den Tests verschiedener PC-Zeitschriften ja auch als Systembremse (Warum hat das vorher
niemals jemand erwähnt...?). Mangels freien PCI-Steckplätzen konnte ich dies aber noch
nicht testen.
(Alle Tests liefen auf einer separaten Win98 Installation, bei der keine
Zusatztreiber installiert sind (Hauppauge/Netz/ISDN)).
Wie dem auch sei. Es geht hier eigentlich nicht
um einen Wettkampf, bei dem der gewinnt der die schnellsten Werte mit seiner Karte
erreicht, sondern darum wie ich ohne Gefahr mehr aus meinem System herausholen kann. Man
sollte nie vergessen das die Karte dabei durch die hohe Hitze beim Übertakten beschädigt
werden kann!!!! Ob dann ein Garantieaustausch möglich ist, ist fraglich. Trotz
passivem Kühlkörper ist es sehr unwahrscheinlich das eine Karte ohne Übertaktung, also
mit 90/110 Schaden nimmt!
Und das montieren eines 486er Lüfters auf dem Kühlkörper mittels Schrauben
zerstört auch den Garantieanspruch! Bei den zu erwartenden Geschwindigkeitsunterschieden
ein in meinen Augen unnötiges Risiko!
Aber genug der Worte. Kommen wir zu den
Benchmarks. Welchen Geschwindigkeits- unterschied gibt es zwischen dem ASUS Tweak tool,
Powerstrip und den Hercules Treibern?
Zuerst ein Vergleich zwischen ASUS Tweak und
Powetstrip. Das ASUS Tweak ermöglicht bei mir keine höheren Werte als 98/118. Mit
Powerstrip war auch 105/125 möglich:

Die Ergebnisse zwischen ASUS Tweak (98MHz TNT /
118MHz Speicher / Fast Timings) mit Powerstrip bei den gleichen Einstellungen ergeben
absolut die gleichen Werte. Allerdings ermöglicht es Powerstrip höhere Werte
einzustellen - Mit höherem Risiko. Powerstrip soll ausserdem ein agressiveres CAS/RAS
Timing verwenden.
Kommen wir zu den Werten der Hercules Treiber:

Diese Werte zeigen niedrigere Werte als die ASUS
Treiber mit ASUS Tweak und Powerstrip. Allerdings entsprechen diese Werte fast genau den
Werten, die man bekommt wenn man das Fast Memory Timing des ASUS Tweaks oder bei PS nicht
aktiviert. Die Hercules Treiber bieten keine Option dieses zu verändern (oder ich habe es
einfach nicht gefunden). Ansonsten liefen diese Treiber ohne Probleme mit der V3400 TNT,
bis auf TV-Out, der trotz einer diesbezüglichen Option innerhalb der Treiber nur flimmern
auf dem TV produzierte.
Was also tun? Nun, wenn der eigene Treiber eine
Möglichkeit zum übertakten bietet sollte man dies nutzen. Falls das nicht der Fall ist,
ist Powerstrip die beste Wahl. Übertakten, also Overclocken ist dank Powerstrip mit allen
TNT Karten möglich. Ein gecracktes tool würde ich jedenfalls nicht auf meine Karte
loslassen, vor allem wenn dies schon beim Einstellen falsche Werte anzeigt !! (Mit
Powerstrip kann man die aktuell anliegenden Werte auslesen, bzw. zeigen die Regler beim
Start die anliegenden Werte)
Dazu zeigen die Ergebnisse das das aktivieren des schnelleren Speicherzugriffs
deutlich mehr bringt! Der Hercules wert von 2277 mit 105/125 ist nur um 22 Punkte höher
als der 98/118 Wert der mit ASUS Tweak oder Powerstrip bei aktiviertem Fast Memory Timing
zu erzielen ist.
Das ich bei diesem Test nicht eine andere Karte
wie die z.B. STB Velocity 4400 oder die Erazor II benutzt habe liegt daran das ich mir
zuviel Umbauarbeit ersparen wollte. (wegen Vergleich ASUS Tweak mit Powerstrip). Aber auch
diese Karten sollten sich problemlos übertakten lassen - solange für die entsprechende
Kühlung bei passiv gekühlten Karten mit Kühlkörper gesorgt ist.
Möglichkeiten zur Kühlung sind:
- Das Öffnen des Rechnergehäuses - Dadurch zerstört man aber
die Sogwirkung innerhalb des Gehäuses, der durch den Netzteillüfter erzeugt wird. Wenn
diese Sogwirkung durch Zusatzlüfter noch verstärkt wird kann dies durchaus effizienter
sein. Dann sollte man aber das Slotblech unterhalb der TNT Karte entfernen, da hierdurch
die Luft Direkt über den Chips auf der Grafikkarte ins Gehäuse gezogen wird.
- Einen Ventilator vor das offene Gehäuse stellen (gibt kalte
Füsse auf Dauer! <g>)
- Einen PC-Lüfter auf den Gehäuseboden stellen, so das er
genau in Richtung der Slots zielt, allerdings ist dies eine sehr wackelige Möglichkeit.
- Das aufschrauben oder sonstige Befestigen eines (486er)
Lüfters auf dem passiven Kühlkörper des TNT. Allerdings ist bei Kratzspuren ein Verlust
eines Garantieanspruchs das Risiko, wenngleich es die beste Möglichkeit darstellt den TNT
zu kühlen. Der Speicher auf der Karte bekommt hierdurch aber keinen Vorteil!
Am Schluss nochmals die Warnung: Overclocken
erfolgt auf eigene Gefahr!!! Die Karte kann dadurch Schaden nehmen! Das Risiko tragt ihr
selber!
RIVA Station 1998 - Lars Weinand |