Zusammenfassung
Der Sieger in diesem Test heißt eindeutig: intel!
Denn eine schnelle CPU >400MHz dieses
Herstellers sollte schon im System stecken wenn man mit dem Gedanken spielt sich eine der
neuen Grafikkarten zuzulegen. Ob Voodoo3 oder TNT2 ist hier eine Frage des Geschmaks - und
des Geldbeutels. Durch den Speicherausbau mit nur 16MB ist die Karte vergleichsweise
billig. Allerdings gibt es TNT2 schon günstiger, mit der Xentor. Für eine TNT2 Ultra
sollte es schon ein Pentium III sein, um die Karte überhaupt annähernd an die Grenze
bringen zu können. Die CPU Last heutiger Spiele verhindert das meist. Die Skalierbarkeit
der Ultras ist aber in jedem Fall besser. Das teuerste an den Ultras ist der schnelle
Speicher von 5,5ns oder schneller. Wer bereit ist den hohen Preis einer Ultra zu zahlen
bekommt aber insgesammt die beste Leistung und muss bei Features keine Einschränkungen
hinnehmen. Nur das fehlen des Environmental Bump Mapping das Matrox bei der G400 bietet
kann in Zukunft zu einer Einschränkung werden.
Die Voodoo3 3000 bietet durchaus gute
Leistungen. Allerdings ist dies der einzige Punkt in dem sie mit der Konkurenz mithalten
kann. In der Bildqualität muss man allein schon Feature-bedingt starke Abstriche machen.
Kein 32Bit Rendering, 16Bit Z-Buffer, kein AGP Texturing und zu kleine Texturen. Dies sind
Punkte die schon in kürze in neuen Spielen zu starken Abstrichen führen werden. 3Dfx hat
diese Features schon für den Nachfolger angekündigt. Die Voodoo3 kann also nur eine
Übergangslösung sein. Ein Austausch erfolgt sicherlich früher als bei anderen Karten.
Sicherer für die Zukunft ist man auf jeden Fall mit einer TNT2.
Diese zeigen den aktuellen Stand der
Entwicklung. Die Leistung ist sehr gut. Man muss schon eine schnelle CPU haben um diese
Karte an die Grenze zu bringen. Aber Auflösungen von 1280x1024-32 bringen auch diese
Karten auf den Boden zurück.
Die Savage4 Karten können in dieser
FPS-Schlacht nicht mithalten. Aber diese Karten sind auch primär für den OEM Markt
ausgelegt. Besser als die in Office Rechnern oft verwendeten 8MB ATi Karten sind sie auf
jeden Fall - Die Leistung liegt insgesammt leicht über TNT Niveau.
Für Freunde des Video I/O bleibt nur ASUS und
ELSA. Hier hat man die Qual der Wahl. ELSA bietet die eindeutig besseren Videofunktionen,
muss sich in punkto Leistung durch den niedrigen Speichertakt aber den Titel 'langsamste
TNT2' gefallen lassen. Eine Ultra Karte ist laut ELSA in Arbeit. Details sind aber noch
nicht bekannt. Hier hat ELSA den Trend etwas verschlafen. Die Leistung ASUS Karte ist gut,
durch die Möglichkeit des Übertaktens und des Lüfters sogar sehr gut. Die Ultra zieht
noch etwas weiter weg. Beide Hersteller bieten eine 3D Shutter Brille. Die ASUS Lösung
ist vergleichsweise günstig, qualitativ aber hinter der ELSA Revelator.

3Dfx Voodoo3 3000: Die Karte
bietet sehr gute Leistung zu einem anständigen Preis. Wer mit den Abstrichen an Features
leben kann ist mit dieser Karte gut beraten. Ein Austausch erfolgt aber sicherlich früher
als bei anderen Karten. Eine grosse Rüge muss sich 3Dfx in Sachen Kühlung gefallen
lassen: 166MHz Chipatakt bei 0.25 Micron schreien geradezu nach einm Lüfter! Die Karten
laufen sehr hart an der Grenze, denn sonst käme es sicher nicht zu den beobachteten
Ausfällen. Verbesserungwürdig ist auch der TV-Out.
Guillemot Maxi Gamer Xentor:
Als TNT2 Einsteigskarte ist die Karte durch den Speicherausbau von nur 16MB
vergleichsweise günstig. Clever ist dabei der von Gguillemot auf 135/166Mhz gewählte
Kartentakt. Trotz weniger Speicher kann sich die Karte damit etwas von anderen TNT2 Karten
abheben. Eine Ultra erreicht die Karte aber nicht. In hohen 32Bit Auflösungen muss sie
jedoch den Preis des geringeren Speicher bezahlen. Hier fällt sie etwas ab. Etwas wenig
Mühe gibt sich Guillemot bei den Treibern.

ASUS AGP-V3800 Ultra Deluxe:
Leistung ohne Ende bietet diese Karte. Gepaart mit Video I/O und 3D Shutter Glasses
bekommt man ein sehr leistungsstarkes Gesamtpacket. Die Einzelkomponenten müssen sich
zwar manchmal der Konkurrenz geschlagen geben, aber kein anderer bietet all das zusammen
in einem Packet. Wer mehr will als Pure Leistung, für den ist diese Karte das richtige -
Sie hat allerdings ihren Preis. Ein PIII sollte es aber schon sein.
Diamond Viper V770 Ultra:
Eine Karte mit sehr guten Leistungen. Für Hardcore Gamer bei denen nur Leistung (FPS)
zählt ist bei dieser Karte genau richtig. Kein überflüssiger Schnickschnack der nur den
Preis hochtreibt: Ultra - 32MB - Lüfter. Mehr braucht der Gamer nicht. Auch hier sollte
ein PIII im System stecken.
ASUS AGP-V3800 TVR Deluxe:
die Karte kommt mit der gleichen Ausstattung wie die Ultra daher. Durch den niedrigeren
Takt kann sie ihre grosse Ultra Schwester aber nicht erreichen. Der Lüfter ermöglicht es
die Karte auf Ultra Niveau anzuheben, aber da man (ASUS) dies nicht garantieren kann geht
das nicht in die Wertung ein. Ein geheimtip ist die Karte aber allemal.
Diamond Stealth III S540:
Die Leistung der Karte enspricht nicht dem aktuellen Stand der Chip Konkurenz. Der
Speicherausbau von 32MB ist übertrieben, da die Leistung in hohen Truecolor Auslösungen
zu schlecht ist. 16MB reichen da völlig. Da ist das Geld besser in einem gröseren
RAM-Ausbau oder einer grösseren Festplatte aufgehoben.
ELSA ERAZOR III: Die
Karte ist unschlagbar bei den Videofunktionen. Hier zeigt ELSA was möglich ist. Die
Möglichkeit eine Shutter Brille nachzurüsten ist sehr schön, aber im Vergleich zu ASUS
auch deutlich teurer. Abstriche muss man bei der Performance machen. Der Rückstand ist
zwar eher gering, aber das Image als langsamste TNT2 nicht sehr ehrenhaft. Eine Ultra
Variante ist inoffiziell angekündigt.
ELSA Winner II: Auch
für diese Savage4 Karte gilt das gleiche wie bei der Stealth.Durch die nur 16MB ist die
Karte aber vergleichsweise billig. Wer in seinem Office Rechner nur ab und an ein
Spielchen wagt ist hier genau richtig. Allerdings ist die Bildqualität der Winner II eher
schlecht.
Die Verlierer
Irgendwie scheint es das die Hersteller in den
Jahren immer noch nichts dazugelernt haben. Es sind die kleinen Dinge die immer wieder
auffallen.
Kein Hersteller bietet eine
Deinstallationsroutine für den Treiber, der es ermöglicht alle Treiberdateien restlos
aus dem System zu entfernen. Der Anwender steht bei jedem Treiberupdate vor der Gefahr
sein System instabil zu machen. Da Windows bei einer Plug and Play Erkennung automatisch
den alphabetisch ersten gefundenen Treiber ohne Rückfrage installiert kann man schnell im
dunkeln stehen. Die Hersteller verweisen auf das Windows Treibermodell.... nach 4 Jahren
Win9x sollte man da aber mal eine Möglichkeit gefunden haben - von welcher Seite
auch immer.
DCC.... immer noch gibt es Probleme mit den
neuen Karte bei verschiedenen Monitoren, die auf DCC zurückzuführen sind. Die
Problemlösung wird dabei auf den Anwender geschoben. Von Pins am Monitorkabel abknipsen,
BNC Kabel oder einen sagenumwobenen Adapterstecker kaufen wird da empfohlen. Viel
einfacher wäre es auf der Karte einen Jumper vorzusehen der das Problem löst. Preislich
ist eim solcher Jumper sicher zu verkraften. Auf jeden Fall viel billiger als ein neues
Monitorkabel.
Bildwiederholrate. Immer noch muten die
Hersteller dem Anwender zu, die Bildwiederholrate bei jeder einzelnen Auflösung
einzustellen. Das Freeware Tool HzTool
zeigt wie man es machen sollte. ASUS bietet zwar ansatzweise einen solchen Komfort, aber
auch hier muss man jede Farbtiefe einzeln einstellen - und das noch getrennt für Game und
Desktop, also insgesammt 6x das gleiche. Aber besser als nichts.
Das ELSA Bildschirmeigenschaften Menü zeigt sich cleverer als das Standard
Windows Menü und wählt gleich höhrere Frequenzen. Richtig durcheinander kommt alles
aber wenn man aus Gewohnheit die Standard Windows Einstellmöglichkeiten benutzt, die
weiterhin verfügbar sind. Andere Hersteller lassen den Anwender hier aber komplett im
Regen stehen. Angesichts der vielen Treiberupdates (meist 1x pro Monat) eine sehr stupide
und unnötige Sache.
....aber die nächste Gerneration ist ja schon
in den Startlöchern :-)
In einem späteren Artikel gehe ich auf die
Videofunktionen der ELSA ERAZOR III und ASUS V3800 TVR ein. Noch sind nicht alle Features
und Programme bei beiden Karten verfügbar. Auch auf 3D Bildqualität und Besonderheiten
z.B. S3TC werde ich noch gesondert eingehen.
Mein Dank gilt 3Dfx, ASUS, Diamond, ELSA
und Guillemot für die Teststellung der Grafikkarten!
Besonders danken möchte ich ASUS Deutschland, Tekram und intel Deutschland für deren Support.
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