RIVA Station Graphic Cardtest 99

 

Zusammenfassung

Der Sieger in diesem Test heißt eindeutig: intel!

Denn eine schnelle CPU >400MHz dieses Herstellers sollte schon im System stecken wenn man mit dem Gedanken spielt sich eine der neuen Grafikkarten zuzulegen. Ob Voodoo3 oder TNT2 ist hier eine Frage des Geschmaks - und des Geldbeutels. Durch den Speicherausbau mit nur 16MB ist die Karte vergleichsweise billig. Allerdings gibt es TNT2 schon günstiger, mit der Xentor. Für eine TNT2 Ultra sollte es schon ein Pentium III sein, um die Karte überhaupt annähernd an die Grenze bringen zu können. Die CPU Last heutiger Spiele verhindert das meist. Die Skalierbarkeit der Ultras ist aber in jedem Fall besser. Das teuerste an den Ultras ist der schnelle Speicher von 5,5ns oder schneller. Wer bereit ist den hohen Preis einer Ultra zu zahlen bekommt aber insgesammt die beste Leistung und muss bei Features keine Einschränkungen hinnehmen. Nur das fehlen des Environmental Bump Mapping das Matrox bei der G400 bietet kann in Zukunft zu einer Einschränkung werden.

Die Voodoo3 3000 bietet durchaus gute Leistungen. Allerdings ist dies der einzige Punkt in dem sie mit der Konkurenz mithalten kann. In der Bildqualität muss man allein schon Feature-bedingt starke Abstriche machen. Kein 32Bit Rendering, 16Bit Z-Buffer, kein AGP Texturing und zu kleine Texturen. Dies sind Punkte die schon in kürze in neuen Spielen zu starken Abstrichen führen werden. 3Dfx hat diese Features schon für den Nachfolger angekündigt. Die Voodoo3 kann also nur eine Übergangslösung sein. Ein Austausch erfolgt sicherlich früher als bei anderen Karten. Sicherer für die Zukunft ist man auf jeden Fall mit einer TNT2.

Diese zeigen den aktuellen Stand der Entwicklung. Die Leistung ist sehr gut. Man muss schon eine schnelle CPU haben um diese Karte an die Grenze zu bringen. Aber Auflösungen von 1280x1024-32 bringen auch diese Karten auf den Boden zurück.

Die Savage4 Karten können in dieser FPS-Schlacht nicht mithalten. Aber diese Karten sind auch primär für den OEM Markt ausgelegt. Besser als die in Office Rechnern oft verwendeten 8MB ATi Karten sind sie auf jeden Fall - Die Leistung liegt insgesammt leicht über TNT Niveau.

Für Freunde des Video I/O bleibt nur ASUS und ELSA. Hier hat man die Qual der Wahl. ELSA bietet die eindeutig besseren Videofunktionen, muss sich in punkto Leistung durch den niedrigen Speichertakt aber den Titel 'langsamste TNT2' gefallen lassen. Eine Ultra Karte ist laut ELSA in Arbeit. Details sind aber noch nicht bekannt. Hier hat ELSA den Trend etwas verschlafen. Die Leistung ASUS Karte ist gut, durch die Möglichkeit des Übertaktens und des Lüfters sogar sehr gut. Die Ultra zieht noch etwas weiter weg. Beide Hersteller bieten eine 3D Shutter Brille. Die ASUS Lösung ist vergleichsweise günstig, qualitativ aber hinter der ELSA Revelator.


Budget Tip

3Dfx Voodoo3 3000: Die Karte bietet sehr gute Leistung zu einem anständigen Preis. Wer mit den Abstrichen an Features leben kann ist mit dieser Karte gut beraten. Ein Austausch erfolgt aber sicherlich früher als bei anderen Karten. Eine grosse Rüge muss sich 3Dfx in Sachen Kühlung gefallen lassen: 166MHz Chipatakt bei 0.25 Micron schreien geradezu nach einm Lüfter! Die Karten laufen sehr hart an der Grenze, denn sonst käme es sicher nicht zu den beobachteten Ausfällen. Verbesserungwürdig ist auch der TV-Out.

Guillemot Maxi Gamer Xentor: Als TNT2 Einsteigskarte ist die Karte durch den Speicherausbau von nur 16MB vergleichsweise günstig. Clever ist dabei der von Gguillemot auf 135/166Mhz gewählte Kartentakt. Trotz weniger Speicher kann sich die Karte damit etwas von anderen TNT2 Karten abheben. Eine Ultra erreicht die Karte aber nicht. In hohen 32Bit Auflösungen muss sie jedoch den Preis des geringeren Speicher bezahlen. Hier fällt sie etwas ab. Etwas wenig Mühe gibt sich Guillemot bei den Treibern.


3D Overdrive

ASUS AGP-V3800 Ultra Deluxe: Leistung ohne Ende bietet diese Karte. Gepaart mit Video I/O und 3D Shutter Glasses bekommt man ein sehr leistungsstarkes Gesamtpacket. Die Einzelkomponenten müssen sich zwar manchmal der Konkurrenz geschlagen geben, aber kein anderer bietet all das zusammen in einem Packet. Wer mehr will als Pure Leistung, für den ist diese Karte das richtige - Sie hat allerdings ihren Preis. Ein PIII sollte es aber schon sein.

Diamond Viper V770 Ultra: Eine Karte mit sehr guten Leistungen. Für Hardcore Gamer bei denen nur Leistung (FPS) zählt ist bei dieser Karte genau richtig. Kein überflüssiger Schnickschnack der nur den Preis hochtreibt: Ultra - 32MB - Lüfter. Mehr braucht der Gamer nicht. Auch hier sollte ein PIII im System stecken.


ASUS AGP-V3800 TVR Deluxe: die Karte kommt mit der gleichen Ausstattung wie die Ultra daher. Durch den niedrigeren Takt kann sie ihre grosse Ultra Schwester aber nicht erreichen. Der Lüfter ermöglicht es die Karte auf Ultra Niveau anzuheben, aber da man (ASUS) dies nicht garantieren kann geht das nicht in die Wertung ein. Ein geheimtip ist die Karte aber allemal.

Diamond Stealth III S540: Die Leistung der Karte enspricht nicht dem aktuellen Stand der Chip Konkurenz. Der Speicherausbau von 32MB ist übertrieben, da die Leistung in hohen Truecolor Auslösungen zu schlecht ist. 16MB reichen da völlig. Da ist das Geld besser in einem gröseren RAM-Ausbau oder einer grösseren Festplatte aufgehoben.

ELSA ERAZOR III: Die Karte ist unschlagbar bei den Videofunktionen. Hier zeigt ELSA was möglich ist. Die Möglichkeit eine Shutter Brille nachzurüsten ist sehr schön, aber im Vergleich zu ASUS auch deutlich teurer. Abstriche muss man bei der Performance machen. Der Rückstand ist zwar eher gering, aber das Image als langsamste TNT2 nicht sehr ehrenhaft. Eine Ultra Variante ist inoffiziell angekündigt.

ELSA Winner II: Auch für diese Savage4 Karte gilt das gleiche wie bei der Stealth.Durch die nur 16MB ist die Karte aber vergleichsweise billig. Wer in seinem Office Rechner nur ab und an ein Spielchen wagt ist hier genau richtig. Allerdings ist die Bildqualität der Winner II eher schlecht.

Die Verlierer

Irgendwie scheint es das die Hersteller in den Jahren immer noch nichts dazugelernt haben. Es sind die kleinen Dinge die immer wieder auffallen.

Kein Hersteller bietet eine Deinstallationsroutine für den Treiber, der es ermöglicht alle Treiberdateien restlos aus dem System zu entfernen. Der Anwender steht bei jedem Treiberupdate vor der Gefahr sein System instabil zu machen. Da Windows bei einer Plug and Play Erkennung automatisch den alphabetisch ersten gefundenen Treiber ohne Rückfrage installiert kann man schnell im dunkeln stehen. Die Hersteller verweisen auf das Windows Treibermodell.... nach 4 Jahren Win9x sollte man da aber mal eine Möglichkeit gefunden haben  - von welcher Seite auch immer.

DCC.... immer noch gibt es Probleme mit den neuen Karte bei verschiedenen Monitoren, die auf DCC zurückzuführen sind. Die Problemlösung wird dabei auf den Anwender geschoben. Von Pins am Monitorkabel abknipsen, BNC Kabel oder einen sagenumwobenen Adapterstecker kaufen wird da empfohlen. Viel einfacher wäre es auf der Karte einen Jumper vorzusehen der das Problem löst. Preislich ist eim solcher Jumper sicher zu verkraften. Auf jeden Fall viel billiger als ein neues Monitorkabel.

Bildwiederholrate. Immer noch muten die Hersteller dem Anwender zu, die Bildwiederholrate bei jeder einzelnen Auflösung einzustellen. Das Freeware Tool HzTool zeigt wie man es machen sollte. ASUS bietet zwar ansatzweise einen solchen Komfort, aber auch hier muss man jede Farbtiefe einzeln einstellen - und das noch getrennt für Game und Desktop, also insgesammt 6x das gleiche. Aber besser als nichts.
Das ELSA  Bildschirmeigenschaften Menü zeigt sich cleverer als das Standard Windows Menü und wählt gleich höhrere Frequenzen. Richtig durcheinander kommt alles aber wenn man aus Gewohnheit die Standard Windows Einstellmöglichkeiten benutzt, die weiterhin verfügbar sind. Andere Hersteller lassen den Anwender hier aber komplett im Regen stehen. Angesichts der vielen Treiberupdates (meist 1x pro Monat) eine sehr stupide und unnötige Sache.

....aber die nächste Gerneration ist ja schon in den Startlöchern :-)

In einem späteren Artikel gehe ich auf die Videofunktionen der ELSA ERAZOR III und ASUS V3800 TVR ein. Noch sind nicht alle Features und Programme bei beiden Karten verfügbar. Auch auf 3D Bildqualität und Besonderheiten z.B. S3TC werde ich noch gesondert eingehen.

Mein Dank gilt 3Dfx, ASUS, Diamond, ELSA und Guillemot für die Teststellung der Grafikkarten!

Besonders danken möchte ich ASUS Deutschland, Tekram und intel Deutschland für deren Support.


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RIVA Station 1999 - Lars Weinand