ELSAmovie
Der ELSAmovie
Player. Dieser stellt einen Software Decoder für DVD dar, der speziell für ELSA
Entertainment Grafikkarten optimiert wurde. Das Programm läuft auf einer ELSA Erazor LT
(RIVA 128 ZX), Victory II (Banshee) und Erazor II (RIVA TNT). Auf anderen Karten läuft
das Programm nicht! (ELSA VICTORY Erazor mit Einschränkungen)
Richtig Sinn macht das Programm natürlich nur
bei einem vorhandenen DVD-Laufwerk. Auf der CD sind allerdings Demo-Videos enthalten, die
es ermöglichen die DVD Technik auf einem normalen CD-ROM Laufwerk auszuprobieren. Mangels
DVD-Laufwerk beziehen sich alle von mir gemachten Angaben auch auf diese mit einem Plextor
32x CD-ROM gemachten Ergebnisse.
ELSAmovie |
| ELSAmovie-Decoder-Kern |
Video-Formate
MPEG-2 (MP@ML)
MPEG-1
NTSC/PAL |
| Audio-Formate |
2-Kanal-Dolby-Digital und
5.1-Kanal-Dolby-Digital-Stream (AC-3) über SPDIF-Interface
LPCM
MPEG-1 Layer 2 |
| DVD-Software-Schnittstelle |
MCI-Unterstützung für Windows®
95
DirectShow-Unterstützung für Windows® 95
Volle DirectShow 2.0-Unterstützung für Windows® 98
VideoCD-Unterstützung |
| Ländereinstellung |
Über einen spezielles Menü
können Sie den DVD-Ländercode des DVD-Player verändern. Es gibt sechs gültige
Ländercodes.
Unterstützung
1: USA, Kanada; 2: Europa, Naher Osten, Südafrika, Japan; 3: Südostasien; 4: Australien,
Mittel- und Südamerika; 5: Afrika, Asien, Osteuropa; 6: Volksrepublik China |
| DVD-RAM |
Wiederbeschreibbares Medium.
Formate wie DVD-R, allerdings nur 2,6 GB Kapazität pro Seite |
Features im Überblick |
| Multi-Angle-Auswahl (Kamerawinkel
ansteuerbar) |
| Einstellbare Sprache |
| Einstellbare Untertitel |
| Kindersicherung |
| 3.2-Filmfortschaltung |
| Letterbox |
| Play/Stop/Pause |
| Schneller Vorlauf/Rücklauf |
| Einzelbildvorlauf |
| Kapitel- und Titelsuche |
| Lautstärkeregelung |
| DVD-Auswurf (Eject) |
| Branching (Verzweigung) |
| Navigation direkt im Abspielfenster |
| Interaktiver Menüzugriff |
Preis: DM 29,90
inkl. Versand |
Die Hardwareanforderungen stellen
einige Vorraussetzungen an das System. ELSA gibt einen intel Pentium II mit 300MHz bzw.
AMD K6-2 mit 300MHz als Minimum an. Dazu muss das DVD/CD Laufwerk über DMA-Busmastering
verfügen, damit der Prozessor nicht durch das Laufwerk belastet ist. Dieser benötigt
seine Rechenleistung ja für das Dekomprimieren der Digitalen Videodaten. Der benötigte
Arbeitsspeicher ist mit 32MB allerdings recht moderat. ELSA gibt die CPU-Last auf einem
PII-400 während des Abspielens mit ca. 55% an.

Nach dem Start sucht das Programm nach einem DVD
Titel. Die ELSAmovie CD wird im CD-Rom Laufwerk als DVD Disk erkannt und bietet eine
Menüführung und 4 Video Samples mit denen man die Qualität testen kann. Das Bedienpanel
gibt es in verschiedenen Ausführungen.
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Bedienblende |

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Wahl der Perspektive
(Blickwinkel) |
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Navigator |
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Die Bedienung erfolgt über
diese, einer Fernbedienung nachempfundenen, Steuerung. Zusätzlich lassen sich noch
weitere Einstellungen, z.B. für die Altersfreigabe vornehmen.
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Einstellungen |
Wie andere DVD-Player auch lässt
sich der Ländercode im ELSAmovie Player einstellen. Die Einstellung, die man in der
Systemsteuerung findet, lässt sich allerdings nur 5x vornehmen! Danach behält die
Software die zuletzt gewählte Einstellung und lässt ein ändern nicht mehr zu.
5x ist immerhin etwas. Andere Software (DVD Express) lässt nur einmaliges ändern
zu und verweist auf der CD auch noch darauf das selbst eine Neuinstallation der Software
dies nicht ändert. Aber selbst wenn man bei der Software eine Lösung findet um diese
Abfrage zu umgehen machen evtl. das DVD Laufwerk einen Strich durch die Rechnung. Manche
Laufwerke lassen nur ein begrenztes ändern des Ländercodes zu. Ist dieses Pensum
verbraucht muss man es zum Hersteller zurückbringen und wieder freischalten lassen. Wer
mehr zu dieser Problematik wissen möchte sollte einen Blick in die Zeitschrift c´t 05/99
auf Seite 27 werfen.
Doch nun zur Qualität. Die Bildwiedergabe der
Videos auf der CD ist schon beeindruckend. Die Filme sind in PAL Auflösung 720x576
Aufgenommen. ELSAmovie zeigt es auf einer Erazor II in 1024x768 in beeindruckender
Qualität. Begrenzt wird die Auflösung durch den Speicher auf der Karte. Mit einer 16MB
Erazor II ist das Maximum 1152x864-16. 32Bit Modi funktionieren nicht. Das Resultat ist
eine recht lustige Fehlermeldung, die ELSA aber nachbessern will:

Die Qualität ist bei 1024x768 aber subjektiv
besser als bei 1152x864. Die Interpolation in diese Hohe Auflösung bringt nur grössere
'Klötzchenbildung', die bei 1024 nicht so stark wahrnehmbar ist. Das Videofenster ist
skalierbar und auch als Vollbild darstellbar. Im Vollbildmodus, also ohne Bedienpanels
etc, lässt sich das Programm über ein Menü steuern, das nach einem Klick der rechten
Maustaste auf das Videobild erscheint. Nachfolgend ein paar Screenshots aus dem bewegten
Bild heraus (Shots der Hohen Auflösung sind wegen HW Overlay nicht möglich):
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| Screenshots in 720x576 in hoher
Qualität (geringe JPG Kompression) |
Die absolut ruckelfreie
Darstellung der Bilder in hohen Auflösungen wie 1024x768 und 1152x864 ist schon
beeindruckend. Dies lässt die Frage nach einer Hardwareunterstützung aufkommen. ELSA
spricht von 10% weniger Prozessorlast beim abspielen durch HW-Unterstützung. Dies ist
vieleicht bei künftigen Computerspielen interessant, bei einem Spielfilm ist es aber eher
unwichtig, denn wer arbeitet dabei schon gleichzeitig..? Der Vorteil einer Softwarelösung
ist, das eine Software upgedatet werden kann. Bei dem Wirrwarr im DVD Bereich ist dies
nicht zu unterschätzen. Features wie mehrere Perspektiven, Untertitel und Altersfreigaben
beherrschen die Demos allerdings nicht.
Da die Software nur mit ELSA Karten läuft
stellt sich die Frage nach TV Out. Die einzige ELSAmovie taugliche ELSA Karte mit TV Out
ist momentan die Victory Erazor. Auf der Gloria Synergy und Office 2000 mit Permedia2
läuft ELSAmovie nicht. Schuld ist der Permedia2 Chip der Video nicht per Hardware Overlay
anzeigen kann.
Durch den nur 4MB grossen Bildspeicher läuft das Video bei der Victory Erazor mit Maximal
800x600.
Der TV-Out ist allerdings nur im Fenster
nutzbar. Jedes von DVD erzeugte Videosignal muss einen Macrovision Kopierschutz-Signal
enthalten. Dies ist ein analoges Signal. Da die momentanen Chipsätze dies nicht
unterstützen darf die Software kein Fullscreen bei TV-out bieten. Wie es bei künftigen
Karten aussieht oder bei ATI´s Rage 128 und S3´s Savage, die Hardwarebeschleunigten DVD
support und TV Out haben ist nicht in Erfahrung zu bringen. Von einem Macrovision-encoder
auf den Boards habe ich allerdings noch nichts gehört. Auch moderne Videorekorder oder
Laserdisk Player haben ein Macrovision Signal im TV-Out Signal integriert. Dies dient nur
Kopierschutzgründen und hat keinen Einfluss auf die Bildqualität.
Ergebniss ELSAmovie
Die Qualität der ELSAmovie Darstellung ist
beeindruckend. Wer sich einen Eindruck davon verschaffen möchte sollte sich den ELSAmovie
Player einmal ansehen. Den Preis von DM 29,90 inkl. Versand ist die Software auf jeden
Fall wert, vor allem da man schon mit seinem normalen CD-Rom einen Eindruck von DVD
bekommt. Künftige Versionen der Demo Filme auf der ELSAmovie CD sollen auch Untertitel,
Kameraperspektiven und Altersfreigaben-Steuerung beinhalten.
Weitere Informationen über ELSAmovie bei ELSA
Zusammenfassung zur DVD Technologie
Das erhebt die Frage nach dem Sinn von DVD auf
dem PC. Was nützt mir das tollste Videobild auf dem PC wenn ich es nicht auf den TV
ausgeben kann??? Ich persönlich schaue Filme am liebsten auf der Couch auf meinem
grösseren 72cm TV und in Dolby Surround.
Einen richtigen Nutzen hat DVD auf dem PC momentan noch nicht. Durch die ganzen
künstlichen erzeugten Beschränkungen muss man momentan sogar davon abraten ein DVD
Laufwerk stat eines CD-Roms zu kaufen. Das sich DVD nach so langer Zeit trotz der guten
Qualität immer noch nicht durchgesetzt hat sollte der Industrie doch langsam zu denken
geben! Das Motto: 'Kaufen dürft ihr, benutzen ja, aber...' ist nur
schwer verständlich.
Als Argument für die Ländercodes wird aufgeführt das man verhindern möchte, das
ein Film der gerade in Deutschen Kinos läuft auf DVD schon zu kaufen ist. Das Argument
macht in meinen Augen aber nur wenig Sinn, denn diese Version wäre dann nicht die
Deutsche Version, sondern das Englische Orginal. Der Kreis der Interessenten wäre also
sehr begrenzt.
Anstatt den Anwender einfach zu knebeln sollte
die Industrie nach einer besseren Lösung suchen. Ein Beispiel wäre eine besondere
Kennzeichnung von Importen, wie man sie beispielsweise bei Audio CD´s, bei Japan-Importen
sieht. Auch die Begrenzung des TV Out durch den Macrovision Schutz ist unakzeptabel.
(Macrovision stört die Aufnahme bei VHS-Rekordern und hat keinen Enfluss auf das Bild).
Das man sich vor Raubkopien schützen möchte ist klar und absolut legitim. Aber wenn man
eine Raubkopie machen möchte bietet sich doch eher eine DVD-Ram Laufwerk an. Hiermit
lässt sich eine Kopie ohne Qualitätsverlust machen. Welchen Sinn macht dann noch ein
Verfälschen des Signals durch Macrovision? Durch das Verhindern einer VHS Kopie
verhindert man gleichzeitig eine sinnvolle Anwendung, nämlich das schauen der Filme aus
dem PC auf dem TV, jedenfalls bei Karten die kein Macrovision Signal im TV-Out Signal
ausgeben können. Hier ist man künstlich auf den Fenstermodus beschränkt. Wenn ein
Marcovision Signal im TV-Out Signal vorhanden ist, (z.B. DVD Komplett Kits) ist ein
Fullscreen Signal auf dem TV natürlich durchaus möglich.
Jetzt bleibt nur noch die Spieleindustrie um DVD
doch noch einen Durchbruch zu verschaffen. Die Qualität von DVD lässt sich
beispielsweise bei Zwischensequenzen in Spielen nutzen. Dazu kommt die grosse
Datenkapazität der DVD´s. Aber auch hier muss man befürchten das noch irgendeine
Einschränkung kommt.....
Die Hersteller produzieren jedenfalls schon fleissig DVD Laufwerke.
RIVA Station 1999 - Lars Weinand |