| Im Rahmen des Hardwaretests habe ich 10 Fragen
an ELSA und Diamond gerichtet. Von ELSA hat
mir Ingo Nadler, der Produktmanager Multimedia geantwortet: RS: ELSA verwendet bei der Erazor II im Gengensatz
zur Konkurenz SGRAM statt SDRAM. Welche Gründe waren dafür ausschlaggebend?
Ingo Nadler: In der ursprünglichen Chipspezifikation von 150MHz
Memoryclock wäre der Unterschied zu SDRAM-Designs sehr viel deutlicher ausgefallen. SGRAM
wäre dann klar im Vorteil gewesen. Leider hat NVIDIA den Chip herunterspezifiziert, so
daß die Unterschiede nicht mehr sehr ins Gewicht fallen. Das Board ist allerdings
komplett auf 150MHz Memory ausgelegt. Und obwohl SGRAM teurer als vergleichbares SDRAM
ist, haben wir uns entschieden, die Karte auch weiterhin mit SGRAM zu versehen, um unseren
Kunden die maximale Performance zu bieten!
RS: Mit welcher Taktfrequenz wird der Speicher auf der Erazor II
betrieben ? Die PC-Profesionell gibt 110 MHz an.
Ingo Nadler: Korrekt und NVIDIA-Spec sind:
90MHz Chipclock, 110MHz Memoryclock.
RS: Interesant war der geringe Unterschied im Test zur Viper V550 von
Diamond. NVIDIA´s Referenzkarte verwendet auch SDRAM. Ist es möglich das die
Referenztreiber SDRAM bevorteilen?
Ingo Nadler: Nein, die Unterschiede im Treiber sind marginal. Selbst ein
anderer Takt bewirkt nur bei wirklich schnellen Platformen (PII/400+) merkliche
Unterschiede.
RS: Welche Rolle spielt das Bios heutzutage auf einer modernen 3D
Grafikkarte?
Ingo Nadler: Das BIOS dient vor allem zu etwa 90% der VGA
Kompatibilität. Es enthält die VESA Modi und dient der Realisierung der
"alten" INT10-Aufrufe. Etwa 10% dienen der Erstinitialisierung des Grafikchips.
Gleich nach dem Booten übernimmt dann der Windows-Treiber das Regiment!
RS: ELSA hat Hercules aufgekauft. Was passiert mit der von Hercules
angekündigten TNT-Karte ? Wird diese in Deutschland erhältlich sein ?
Ingo Nadler: Dieses Jahr wird sich aus Sicht des Kunden der Kauf von
Hercules, der
übrigens noch gar nicht endgültig vollzogen ist, nicht auswirken. Die Entscheidung, die
Karte in Deutschland anzubieten, wird daher von Hercules getroffen. Laut Auskunft von
Hercules Computer Technology wird die Karte in ca. drei Wochen in Deutschland
ausgeliefert.
RS: ELSA hat sich dafür entschieden keine Video I/O Version der Erazor
II zu bauen. Welche Gründe waren dafür ausschlaggebend ?
Ingo Nadler: So profan es klingen mag, aber es waren rein wirtschaftliche
Gründe. Der Markt für Karten ohne Video ist schlichtweg größer und die Mehrzahl der
Kunden sind zur Zeit nicht bereit den zwar geringen aber vorhandenen Mehrpreis für Video
zu bezahlen. So gibt es nun ein schnelles 3D-Board, das vor Allem durch seine
Software-Ausstattung überzeugt. Die neuen 2.0er-Treiber sprechen für sich.
RS: Welche Funktion haben die 17- und 5-paarigen Anschlüsse auf der
Karte ? Am Ende der Karte ist auch Platz für nicht verbaute Bauteile Vorhanden. Welche
Funktion haben diese ?
Ingo Nadler: Diese Anschlüsse sind reserviert für den Anschluß eines
optionalen Erweiterungsmoduls auf VIP-Basis. Zur Zeit gibt es von ELSA kein Modul. Denkbar
wäre etwa ein DVD-Decoder oder Video-In, das aber nur auf der ERAZOR II funktionieren
würde. Solche Sackgassen-Upgrades, in denen der Kunde ein Upgrade kauft, aber es mit
Erscheinen der nächsten Grafikkartengeneration wegwerfen kann, sind nicht unsere Sache.
RS: Es gab zeitweise Gerüchte über eine Video I/O Add-On Karte. Gibt es
dazu Informationen ?
Ingo Nadler: Es wird entgegen der frühen Gerüchte kein Video-Add-on
für die ERAZOR II geben. Man kann für nur noch DM 199,- eine Erazor PCI daneben stecken
und deren Video-In nutzen... Kein Scherz - das geht wirklich! Zur Zeit allerdings nur mit
der Erazor PCI als primäre Karte... Mit einem zweiten Monitor erhält man dann ganz
nebenher auch noch ein Mehrschirmsystem unter Windows98...
RS: Die letzten Treiber für RIVA 128 haben gegenüber den ersten
Treibern einen grossen Geschwindigkeitsvorteil. Wird dies beim TNT änlich sein ?
Ingo Nadler: Es wird natürlich Steigerungen
der Performance geben, jedoch in deutlich geringerem Ausmaß. Der größte Anteil ist
durch schnellere CPUs zur Durchführung der Benchmarks zu erwarten, da auch der RIVA TNT
hervorragend skaliert, d.h. mit dem System wächst. Ein deutlich kleinerer Anteil wird
durch Optimierung der Treiber erzielt. Beim Riva128 hatten die ersten Treiber ein recht
hohes Optimierungspotential. Die TNT Treiber sind bereits nahe am Optimum.
RS: Was wird der nächste grosse Schritt in
der Entwicklung sein ? Geometrie-Prozessoren? Textur Kompression? 3DNow!?
Ingo Nadler: Zunächst etwas Theorie: Derzeit gibt es zwei limitierende
Faktoren für das ultimative 3D-Erlebnis: Zum einen begrenzen vor allem die CPU's eine
wirkliche Erhöhung der Polygonzahl und zum anderen ist die Texturmenge noch recht
begrenzt (16MB auf der Karte, 32MB adressierbarer AGP Adressraum), um wirklich
fotorealistische Texturen abbilden zu können. Das erste Problem erschlägt man
beispielsweise durch die Verlagerung der Geometrieberechnung auf die Grafikkarte (->
Geometrieprozessor) und durch Unterstützung spezieller schneller 3D-Befehlssätze in der
CPU. Dem zweiten Problem ist mit mehr Texturspeicher auf der Karte (z.B. 32MB)
beizukommen. Ein guter Ansatz ist auch die Texturkompression, die aber ebenfalls
mindestens 16MB Speicher benötigt, damit die komprimierten Texturen nicht ständig ein-
und ausgelagert werden müssen. Und sie muß von der Software genutzt werden. Das erwarte
ich nicht in großem Stil vor Weihnachten '99... Obwohl die Idee sinvoll ist!
Und die Praxis. Hardwareseitig werden die nächsten Schritte
die Erhöhung des Grafikspeichers auf 32MB sein und die Nutzung von 4XAGP, um auf den
Hauptspeicher fast ebenso schnell wie auf den Grafikspeicher zugreifen zu können. Damit
stellen große Texturmengen kein Problem mehr dar. In einem zweiten Entwicklungsschritt
folgt mehrfaches Multitexturing in einem Durchgang (Light, Bump, Shadow, Reflections) und
schließlich die Auslagerung der Geometrie-Engine in den Grafikprozessor. Der Blick in die
Kristallkugel verrät schließlich noch Hardware-gestützte Licht- und Schatten-Berechnung
mit mehreren Lichtquellen und in etwa 5 Jahren sollte die 3D-Grafik auf schnellen
Home-PC's praktisch fotorealistisch aussehen.
RS: Vielen Dank für die Beantwortung der
Fragen !!
RIVA Station 10/1998 |