NVIDIA GeForceFX: Brute Force Attack auf den König (3/30)

By Lars Weinand - Editor In Chief RIVA Station / Editor Tom´s Hardware Guide

Völlig neu bei Grafikkarten ist DDRII Speicher. Die GeForce FX GPU wurde für diese neuen Speichermodule ausgelegt. Die neuen Speicherbausteine erlauben deutlich schnellere Datenraten als bisherige DDR Speichermodule. Bei DDRII werden wie bei DDR Daten auf beiden Flanken des Signals übertragen – also 2 Transfers pro Takt und nicht vier, wie man annehmen könnte. Der Unterschied liegt im Aufbau der Speicherzelle. Statt in Burst von 2, überträgt DDRII intern in Bursts von 4. Das erlaubt es, den Speicher mit deutlich höheren Taktraten zu betreiben, da dadurch die Takraten innerhalb des Speicherbausteins gegenüber DDR halbiert wurden. Die Verdoppelung der Daten geschieht bei DDRII also innerhalb der Speicherzelle und nicht bei der Übertragung. Die GPU muss darauf allerdings angepasst werden, da Daten nun in Bursts von 4, statt wie bei DDR mit 2, übertragen werden.

Die Speicherbandbreite des GeForce FX berechnet sich daher genauso wie bei herkömmlichen DDR Speicher:

128-bits / 8 bits/byte * 500 Mhz * 2 (2 transfers/clock) = 16.0 GB/sec

Bei der Speicherbandbreite liegt allerdings der kritische Punkt des GeForce FX. Die 16GB/s sind deutlich weniger, als die 19,8 GB/s beim Konkurrenten ATI Radeon 9700 PRO. ATI verwendet gängigen DDR Speicher mit moderateren Taktfrequenzen und hat stattdessen die Busbreite von 128-bit auf 256-bit erhöht um die Bandbreite zu erhöhen. NVIDIA belässt es bei 128-bit und taktet den Speicher dank DDRII entsprechend höher.

Um den offensichtlichen Nachteil bei der Speicherbandbreite auszugleichen, hat NVIDIA den Chip neben der bereits bekannten „Z-Compression“ mit „Color Compression“ ausgestattet. Das erlaubt eine verlustfreie Kompression von Farbdaten mit einem Faktor von bis zu 4:1 in Echtzeit. Nach Angaben von NVIDIA ist die Komprimierung der Farbdaten sehr effektiv, da sich bis an den Kanten von Polygonen alle Farbdaten perfekt komprimieren lassen.

Als letzte Neuerung bleibt noch AGP 8x zu erwähnen, dessen Verdoppelung des Datenverkehrs von der CPU zur Karte allerdings in der Praxis derzeit nur wenig Auswirkungen hat. Kommende Spiele, die von den Entwicklern darauf ausgelegt wurden, sollen von AGP 8x allerdings profitieren können.

Der Chip in der Übersicht:

  • Produced on a 0.13µ process
  • Flip-chip design
  • 256 bit GPU
  • 125 million transistors
  • Eight Pixel Shaders
  • Vertex Shader Array
  • Clock speeds of at least 500 MHz
  • DDR-II memory starting at 500 MHz (1 GHz DDR)
  • 128 bit memory bus
  • Optimized memory interface with lossless Z-compression and color data compression
  • AGP 8X
  • FX Flow - proprietary copper heat pipe cooling solution

Copyright: 21.01.2003 -   RIVA Station 2003 - Lars Weinand
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