NVIDIA GeForce 256
In Deutschland hat NVIDIA den neuen NVIDIA GeForce 256 (Alias NV10) auf der IFA der
Öffentlichkeit vorgestellt, der die Nachfolge des TNT2 antreten wird. Herzstück des
neuen Chips ist eine sogenannte GPU (Graphics Processing Unit). Diese gibt dem Chip auch
seinen Namen: Ge, für Geometrie.
Bisher hat die System CPU das sogenannte Transformation
Setup, also das Positionieren der Polygone im Raum, vorgenommen. Die CPU
zeichnet die Szene 'roh' bzw legt die Eckpunkte fest und übergibt diese Daten dann der
Grafikkarte, die die Szene zeichnet, Polygone mit Texturen versieht, filtert etc.
Dieses erledigt beim GeForce 256 nun zu 90% die GPU auf der
Grafikkarte. Bisher hat die verwendete CPU massiv die Leistung der Grafikkarte in einem
Spiel beeinflusst. Das gehört bald der Vergangenheit an. So hat NVIDIA die Leistung einer
32MB GeForce Karte auch nicht auf den Top-CPU´s von AMD oder Intel vorgestellt, sondern
auf einem Pentium III 500MHz System. Auf die Frage angesprochen meinte Michael Hara
(NVIDIA), das man die Demonstrationen genausogut auf einem Pentium II 300 hätte zeigen
können.

Vorraussetzung für die Nutzung der GPU ist das bald
erscheinende DirectX7 bzw. T&L Unterstützung in einem OpenGL Spiel. Mit den nun
möglichen Leistungen werden erste Spiele mit T&L Support aber sicher nicht lange auf
sich warten lassen. Szenen mit 100.000 Polygonen bei 60fps in Truecolor darzustellen, ist
für den GeForce kein Problem. NVIDIA demonstrierte dies eindrucksvoll an einem Modell
eine Porsche Boxter. Selbst Details wie Radmuttern oder das Profil der Reifen waren
modelliert.
Durch die nun mögliche grosse Polygon-Anzahl können
Entwickler ganz neue Effekte verwirklichen, z.B. Partikeleffekte oder echtzeit
Transformationen - Diese kosten dann allerdings wieder CPU Rechenzeit zur Berechnung.

In diesem Bild kann man (trotz der schlechten Qualität) die
Komplexität des Porsche (hier im Wireframe Mode) erkennen. Links im Bild: Michael Hara.
Mehr zu dem Thema in Kürze, wenn eine erste GeForce Karte
verfügbar ist.
GFX Features
Neben der GPU besitzt der GeForce auch eine ganzte Reihe
weiterer Features. In erster Linie ist dies die Fähigkeit 4 Pixel pro Takt rendern zu
können (TNT2: zwei Pixel pro Takt (TwiN Texel)). Dies wird für eine Erhöhung der
Fillrate der Karte sorgen.
Nicht minder interessant ist das 'Cube Environment Mapping'.
Dies ermöglicht echte reflection maps aus allen Richtungen. Eine Terminator Figur
beispielsweise, wie wir sie aus Terminator II kennen ist damit in Echtzeit renderbar:

Die beiden Bilder rechts zeigen die Änderung der Spiegelung
auf der Kugel nach einer Perspektiven-Änderung. Besonders Eindrucksvoll war der Effekt
beim morphen der Kugel.
Lights: Der GeForce unterstützt biz zu 8
Lichtquellen in Hardware. Wie diese von Spieleentwicklern eingesetzt werden können muss
sich noch zeigen. Bisher wird mit Lightmaps, also einfach vorher eingefärbten Texturen,
gearbeitet. Abgelöst wird diese Technik nicht, aber sicherlich erweitert. So lassen sich
Blitzeffekt oder Sonnenuntergänge simulieren.
Der Chip
Der GeForce wird in einer 0.22 Micron
Fertigungstechnik produziert. Die Taktrate ist noch unbekannt. Auf eine entsprechende
Frage sagte mir Michael Hara, das Taktraten nicht mehr länger ein Indikator für die
Leistung einer Grafikkarte sind. GeForce bewegt sich hier auf TNT2 Niveau. Die Fillrate
des Chips ist hoch genug um hohe Truecolor Auflösungen mit 60fps zu bewältigen (Vor
allem mit 4 Pixel per Clock) - das reicht. Viel wichtiger ist die hohe Polygon Anzahl.
Der Chip selbst beinhaltet mehr als 23 Millionen
Transistoren - mehr als Doppelt soviel wie bei einem Pentium III Prozessor! Er
unterstützt bis zu 64MB Speicher onboard, bietet AGP 4X mit Fast Writes und einen 350MHz
RAMDAC.
- Transformation and Lighting (T & L) via
the GPU
- 8 hardware lights
- 256-bit rendering pipeline
- QuadPipeTM rendering engine
- 15 million triangles/second
- 480 megapixels/second
- Cubic Environment Mapping
- Vertex Blending
- Texture compression
- 350 MHz RAMDAC
- AGP 4x support with fast writes
- Highest quality HDTV video playback |
Es gibt natürlich noch viel mehr
über den GeForce zu berichten. Aber zuerst muss ich mich von dem IFA-Trip erholen :-)
Fazit
Was der GeForce in der Spielepraxis leistet muss
sich noch zeigen. Das Potenzial ist jedenfalls Gewaltig. Künftig spielt die CPU nicht
mehr die grosse Rolle, die sie bisher inne hat. Erste Karten sollen im September/Oktober
erhältlich sein - schaumal!
Weitere Informationen gibt es auf der NVIDIA GeForce Homepage.
Ein erster Test einer GeForce Karte kommt in Kürze.
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