Test - GeForce Grafikkarten

Die ersten GeForce Karten sind auf dem deutschen Markt in Stückzahlen erhältlich. Grund genug eine aktuelle Auswahl an Karten einem ersten Test zu unterziehen. Im Testpark sind die ELSA Erazor X, die Guillemot 3D Prophet und die ASUS AGP-V6600 Deluxe - alle ausgestattet mit NVIDIA´s neuem GeForce Chip.


'offene' Chipfläche zur
besseren Kühlung

Die Neuerungen des GeForce gegenüber seinem Vorgänger TNT2 liegen in der Hardwareunterstützten Transformation and Lightning Berechnung. NVIDIA spricht hierbei von einer GPU (Geometry Processing Unit). Das 'Ge' in GeForce steht für Geometry. Die Fähigkeit das Transformation Setup per Hardware zu berechnen befähigt den GeForce Szenen mit deutlich mehr Dreiecke darzustellen als es bisher möglich war - und das ohne Zusatzlast für die CPU. Viele Entwickler begrüssen dies, ist es doch eher ein Problem echt aussehende Szenen mit wenig Polygonen zu realisieren. Der Einsatz der bis zu 8 in Hardware berechneten Lichter wird erst in fernerer Zukunft eine Rolle spielen. Durch den imensen Rechenaufwand wurden echte Lichtquellen in Spielen bisher kaum eingesetzt.

Das Problem an den neuen Fähigkeiten ist, das Hardware T&L nicht automatisch von allen Spielen unterstützt wird. Unter DirectX7 müssen die Spiele das Feature extra unterstützen. Bei Spielen, die das Transformation Setup von DirectX erledigen lassen, ist es eigentlich kein Problem diesen Hardware T&L unter DirectX7 beizubringen. Da die Performance der Standard DirectX Transformation in der Vergangenheit aber eher bescheiden war benutzen die meisten D3D Spiele eigene Algorithmen. Bisher hat auch praktisch kein Spielehersteller Patches für alte Spiele angekündigt. Unter OpenGL sieht das schon deutlich besser aus. OpenGL kommt aus dem Workstation Bereich. Dort sind Geometriebeschleuniger ein alter Hut und schon lange im Einsatz. So verhilft GeForce OpenGL Spielen wie GLQuake, Quake2, Quake3 und Spielen die auf diesen Engines basieren zu einem deutlichen Performance-Schub.

Aber auch ohne Einsatz von Hardware T&L kann sich GeForce sehr gut sehen lassen. Im Vergleich zu einer TNT2 Ultra besitzt der GeForce eine deutlich höhere Fillrate (300 zu 480MPixel/sec). GeForce ist auch in der Lage bis zu 4 pixel per clock zu rechnen statt zwei, wie bei TNT/TNT2 (bzw. 2 zu 1 bei Multitexturing). Daneben untestützt GeForce Dot3 Bump Mapping per Hardware. Bei den Vorgängern war Bump Mapping noch per langsamen softwarebasierenden Emboss Bump-Mapping Verfahren realisiert. Weiter beherscht GeForce Cube Environmental Mapping, das räumliche Reflektioen aus statischen Texturen zulässt. Dynamic Cube Environmental Mapping ist auch möglich, ähnlich 3dfx´s T-Buffer benötigt dies allerdings viel Rechenaufwand auf der Karte. Ein weiteres nettes Feature ist Vertex Blending. Dies ermöglicht z.B. eine schönere Animation von Objekten, da löcher die z.B. bei der Bewegung eines Armes entstehen können 'zugekittet' werden.

Dynamic Cube Einvironmental
Mapping

The Wole Experience (T&L):
22 weitere WXP Screenshots

Dot3 Bump Mapping

 


Echtes HW-Monitoring bei ASUS

Hardware Monitoring: Von Mainboards schon länger bekannt hält diese Technik nun auch bei den aktuellen Grafikkarten Einzug. Bei ELSA kontrolliert die sogenannte ChipGuard Software die Temperatur des Chip und taktet diesen bei erreichen einer kritischen Temperatur auf ein schonendes Maß herunter. ASUS geht mit SmartDoctor noch einen Schritt weiter. Hier haben die Ingeneure bei der Deluxe Variante einen Winbound Chip verbaut, über den sich Spannung, Lüfterdrehzahl und Temperatur des Chips ählich wie bei Mothjerboards auslesen lassen. Wie sich das in der Praxis auswirkt, dazu später mehr.

Taktfragen

Es Verblüfft etwas, wenn man sich die Specs aktueller GeForce Karten ansieht. Der Chip ist auf allen Karten mit 120MHz getaktet und der Speicher läuft mit vergleichsweise moderaten 166MHz. Gerade letzteres ist unverständlich. Die 5 bzw. 5,5ns Speicherbausteine die auf den Karten verbaut sind laufen auf TNT2 Ultra Karten mit 183MHz oder mehr! Eine entsprechende Nachfrage bei ASUS erbrachte mir die Erkentniss, daß weniger die Speichermodule ein Problem seinen sondern vielmehr der Taktgeber, der im GeForce Chip integriert ist. Bei höheren Taktraten wird der Grafikchip selbst heisser, da er den Speicher schneller ansprechen muss. Durch die vielen Transitoren auf dem Chip wird GeForce im Normalzustand schon sehr heiss. Aus diesem Grund verzichtet man auf höhere Taktraten.


DDR SGRAM Speicher

Abhilfe schaffen da Karten mit DDR (Double Data Rate) Speicher. Dieser Speicher läuft bei GeForce zwar nur mit realen 150Mhz, da Daten hier aber sozusagen Doppelt (Auf steigender und fallender Flanke des Taktsignals, ähnlich AGP 2X) übertragen werden erhält man effektive 300MHz. Dadurch können sich GeForce DDR Karten vor allem in höheren Auflösungen deutlich von ihren billigeren SDRAM Schwestern absetzen.

 

 

NVIDIA GeForce
Quick Facts:

- 350MHz RAMDAC
- 120MHz Core Clock
- 166MHz Memclock
- 32-128MB
- Direct3D/OpenGL ICD
- Hardware T&L
- 8 Hardware Lights
- HW Dot3 Bump Mapping
- Cube Environmental M.
- Vertex Blending
- 4 pixel per Clock
- Fillrate: 480Mp/sec.
- DDR RAM Support

 

 

Copyright: RIVA Station 1999 - Lars Weinand
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