Memory from Crucial.com

GeForce 3 Ti200 mit 128MB (1/10)

By Lars Weinand - Editor In Chief RIVA Station / Editor Tom´s Hardware Guide

"640 KB Speicher sollten für jedermann ausreichend sein". Diese Aussage kam angelblich 1981 im Zusammenhang mit dem PC von Bill Gates. Im Nachhinein ist "jedermann" klar, dass er voll daneben lag und darüber hinaus nimmt kaum jemand die Aussagen von Microsoft bezüglich Speicheranforderungen noch Ernst. 256 MB Arbeitsspeicher sind heutzutage quasi Standard, nicht zuletzt durch die im vergangenen Jahr drastisch gesunkenen Preise für Speichermodule - vor allem aber durch den gewachsenen Speicherhunger der Anwendungen und des Betriebssystems.

Bei Grafikkarten vollzog sich eine ähnliche Entwicklung. Karten mit Monochrom-Ausgang benötigten damals rund 2 KB Speicher. Die ersten Grafikkarten, die es dann wert waren als solche bezeichnet zu werden, waren VGA-Boards. Sie boten eine Auflösung von 320x240 Pixel mit 256 Farben oder 640x480 Pixel mit 16 Farben. Dafür waren 32 KB Speicher notwendig und ausreichend. Mit S-VGA ging es dann schnell aufwärts. EGA setzte sich dagegen niemals durch. Es folgten Grafikboards mit 64, 128, 256 und 512 KB Speicher. Zu dieser Zeit wurde der Speicher hauptsächlich benötigt, um höhere Auflösungen darstellen zu können. Eine Auflösung von 1600x1200 bei 32 Bit Farbtiefe nimmt beispielsweise rund 6 MB Speicher allein für die Darstellung in Anspruch.

Hercules (Grafikstandard) Monochrom / LPT Kombi-Karte

Mit dem Aufkommen der ersten 3D-Beschleuniger wurde der Speicher zunehmend für die Verwaltung der 3D-Daten und deren Darstellung benötigt. Eine NVIDIA RIVA 128 mit 4 MB konnte maximal 800x600 Bildpunkte in "3D" darstellen - bei 16 Bit wohlgemerkt. Bei der folgenden 8 MB Version ging es dann bis 1024x768 Punkte. Mit 16 MB Karten wurde der Speicher für die 2D-Bildschirmauflösung erstmals relativ bedeutungslos.

Heutzutage reicht eine Grafikkarte mit 32 MB im Allgemeinen völlig aus, um aktuelle 3D-Games spielen zu können. Mehr Speicher benötigt man eigentlich nur für Anti Aliasing. Aber bereits NVIDIA´s GeForce2 Pro und Ultra und ATI´s Radeon wurden mit 64 MB geliefert. Angesicht der bescheidenen FSAA (Supersampling) Performance war das mehr als ausreichend. Auch die aktuellen Top-Performer ATI Radeon 8500 und Nvidia GeForce3 Ti500 sind mit 64 MB bestens bedient.

Nun werfen die Hersteller erste Produkte der Nvidia Titanium Grafikkarten mit 128 MB Speicher auf den Markt. Verwunderlicherweise nicht bei den Ti500 Top-Modellen, sondern bei den kleineren Ti200-Boards. Bei Ti500 sind 128MB durch den schnelleren Speicher zu teuer. Ob das Mehr an Speicher aber wirklich Sinn macht oder ob dies nur ein reiner PR-Trick ist, um mit technischen Parametern Eindruck zu schinden, soll dieser Artikel klären.

Leadtek hat seine neue WinFast Titanium 200TDH 128 MB ins Feld geschickt. Gainward die GeForce3 Power Pack Ti/500 TV Jumbo - einmal in der Standardversion und einmal als schnelles "Golden Sample". Letztere läuft mit höheren Taktraten und ist mit einem leistungsfähigeren Lüfter ausgestattet. Abgesehen von der größeren Speicherausstattung unterscheiden sich die 128er Ti200 Boards nicht von den üblichen 64 MB Ti´s. Auch die NVIDIA Referenztaktraten von 175 MHz GPU und 400 MHz Speicher sind identisch - außer bei der Golden Sample.

Copyright: 17.02.2002 -   RIVA Station 2002 - Lars Weinand
No Copy without Permission!

URL of this Article: www.rivastation.com/ti128.htm - If you want to link to it, please use this URL! :-)