ATI Radeon 9700 PRO - Anpsruch auf den Thron (2/30)

By Lars Weinand - Editor In Chief RIVA Station / Editor Tom´s Hardware Guide

Die Radeon 9700


Das Radeon 9700 besitzt im Vergleich zur GeForce 4 Ti 4600 erfreulich kompakte Ausmaße


Die Auwändige Spannungsversorgung macht auf der Kartenrückseite ein zusätzliches Kühlblech nötig.

Der neue Chip wird in zwei Varianten auf den Markt kommen. Die schnellste Variante, Radeon 9700 PRO macht den Anfang. In kurzer Zeit soll dann die etwas langsamer getaktete "normale" 9700 auf den Markt kommen. Damit hat ATI aus den Problemen bei der Einführung der 8500 gelernt. Damals konnte der Käufer kaum unterscheiden, ob es sich um eine schnelle Version oder die langsamere OEM Variante der Karte handelt. Viele unwissende Händler machten das Chaos mit Widersprüchlichen Angaben in ihren Preislisten und Shops dann perfekt. Die schnelle Variante ist durch das Namensanhängsel "PRO" nun endlich deutlich zu unterscheidbar. Dennoch ist die Normalvariante alles andere als eine Sparversion. Lediglich die Taktraten von GPU - oder VPU wie ATI es nun nennt - sind etwas geringer. Eine echte Sparvariante soll erst im Herbst auf den Markt kommen, die dann auf den Namen Radeon 9500 hört. Gespart werden soll bei der Taktrate und den Pixel Pipelines.

  NVIDIA GeForce4 Ti4600 ATI Radeon 8500 ATI Radeon 9000 PRO ATI Radeon 9700 PRO
Chip Technology 256-bit 256-bit 256-bit 256-bit
Process 0.15 Micron 0.15 Micron 0.15 Micron 0.15 Micron
Transistors 63 Mio 60 Mio - -
Memory Bus 128-bit DDR 128-bit DDR 128-bit DDR 256-bit DDR
Memory Bandwidth 10.4 GB/s 8.8 GB/s 8.8 GB/s 19.8 GB/s
AGP Bus 1x/2x/4x 1x/2x/4x 1x/2x/4x/8x 1x/2x/4x/8x
Memory 128MB 64/128MB 64/128MB 128/256MB
GPU Clock 300 MHz 275 MHz 275 MHz 325 MHz
Memory Clock 325 MHz (650 DDR) MHz 275 (550 DDR) 275 MHz (550 DDR) 310 MHz (620 DDR)
Memory BGA 2.8ns SD/BGA 3.3ns SD BGA 2.x ns
Vertex Shader 2 2 2 4
Pixel Pipelines 4 4 4 8
Texture Units Per Pipe 2 2 1 1
Textures per Texture Unit 4 3 6 8
Vertex S. Version 1.1 1.1 1.1 2.0
Pixel S. Version 1.3 1.4 1.4 2.0
DirectX Generation 8.0 8.1 8.1 9.0
FSAA Modi MultiSampling SuperSampling SuperSampling MultiSampling
Memory Optmizations LMA II Hyper Z II Hyper Z II Hyper Z III
Display Outputs 2 2 2 2
Chip Internal Ramdacs 2 x 400 MHz 2 x 400 MHz 2 x 400 MHz 2 x 400 MHz
Chip External Ramdacs - - - -
Bits per Color Channel 8 8 8 10
Special - - TV Encoder On-Chip; FullStream TV Encoder On-Chip; FullStream
Estimated Price ~ $300-350 $179 $149 $399

Das Herz der Radeon 9700, der R300 Chip verfügt im direkten Vergleich mit der Konkurrenz über sehr beeindruckende Leistungsdaten. Mit 100 bis 110 Millionen Transistoren - ATI widerspricht sich in seinen Datenblättern an dieser Stelle selber mehrfach - besitzt der Chip rund 40 Mio mehr als NVIDIA´s GeForce 4 Ti und besitzt mit 4 Vertex Shadern und 8 Pixel Pipelines doppelt so viele Einheiten. Letzteres ist allerdings nur die halbe Wahrheit, denn pro Pixel-Pipeline kann R300 nur 1 Textur pro Takt berechnen, GeForce 4 dagegen zwei. In der Praxis kann man grob sagen das die 9700 bei Single-Texturing doppelt so schnell ist wie eine GeForce 4, beim häufig anzutreffenden Multitexturing sind beide jedoch gleichauf - zumindest in der Theorie. Denn in der Praxis können diese Einheiten gar nicht schnell genug mit Daten versorgt werden, um 100% effizient zu sein. Der entscheidende Faktor ist die Speicherbandbreite.

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Ein großer Lüfter sorgt für den 100+ Mio Transistor Chip im 0.15 Micron Fertigungsprozess.

Dank nun 256 Bit DDR Busbreite ist diese beim R300 nun bei gleichem Takt fast doppelt so hoch. Zudem ist der Chip bereits auf den nochmals schnelleren DDR-II Speicher vorbereitet, der Ende des Jahre verfügbar sein soll.


Der 256Bit DDR-Speicher im BGA Design läuft mit 310MHZ (620MHz DDR).

Auch die Optimierungen im Speicherinterface wurden mit Hyper-Z III fortgeführt. Was sich hinter diesem Namen verbirgt lässt sich in unserem Technologieartikel nachlesen. [@ THG]. Der Vorteil des neuen AGP 8x Businterface scheint derzeit dagegen nur ein Theoretischer Vorteil zu sein. Es fehlen einfach die Spiele, die derart große Datenmengen über den Bus schieben.


Durch die hohe Stromaufnahme benötig die Radeon 9700 eine externe Stromversorgung mittels 3½" Spannungskabel. Der AGP Slot wäre mit dieser Aufgabe völlig überlastet.

Auch den größten Schwachpunkt der Radeon 8500 hat ATI bei der 9700 beseitigt: Die sehr schlechte Performance bei Einsatz von Kantenglättung (FSAA). Statt des langsamen SuperSampling benutzt die 9700 das deutlich schnellere Multisampling, das ähnlich funktioniert wie NVIDIA´s Methode aber darüber hinaus noch weitere Optimierungen enthalten soll. Wie schnell es wirklich ist zeigen die Tests im späteren Verlauf des Artikels.

Copyright: 19.08.2002 -   RIVA Station 2002 - Lars Weinand
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