
Die Sache mit dem räumlichen
Sehen
Es ist schon sehr sehr amüsant zuzusehen wenn
jemand die ELSA 3D Revelator Brille das erste mal ausprobiert. Zuerst herrscht grosse
Skepsis ob es denn überhaupt richtig funktioniert, aber sobald der Effekt eintritt fallen
die Kinnladen nach unten. Es macht immer wieder Spass das mitzuerleben.
Die 3D Revelator ist eine sogenannte Shutter Brille (Shutter=
Verschluss, schliessen) . Die Funktionsweise einer Shutter-Brille ist im Prinzip recht
einfach. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts hatte man entdeckt wie beim Menschen der
Räumliche Seheindruck funktioniert. Durch den Abstand beider Augen zueinander wird ein
nahes Objekt von jedem Auge aus einem leicht anderen Winkel wahrgenommen. Man kann dies
bemerken wenn man ein nahes Objekt fixiert, z.B. eine Ecke des Monitors und abwechslend
die Augen zukneift. Die Ecke 'springt' nun hin und her. Aus den Perspektivischen
Unterschieden wischen beiden Bildern errechnet das Gehirn den Tiefeneindruck und fasst
beide Bilder zu einem räumlichen zusammen. Leider funktioniert das nicht bei allen
Menschen. Menschen die wegen einer Fehlstellung der Augen, Brechungsanomalien oder aus
unbekannter Ursache kein streoskopisches Wahrnehmungsvermögen haben bilden eine Ausnahme.
Hier hat das Gehirn gelernt räumliche Tiefe anders wahrzunehmen. Eine Shutter Brille
funktioniert dann nicht.
Um den Tiefeneindruck an einem Bildschirm zu erhalten
muss jedes Auge ein eigenes Bild bekommen. Und genau das macht eine Shutter-Brille in
Verbindung mit einem angepassten Grafikkarten-Treiber. Jedes Auge bekommt ein eigenes Bild
geliefert; das jeweils andere Auge wird durch die Brille verdunkelt. Nun wird zwischen
beiden Augen hin und her geschaltet. Damit das Umschalten zwischen den Augen nicht
wahrnehmbar ist muss dies sehr schnell geschehen. In der Praxis ist das Umschalten mit der
Bildwiederholfrequenz des Monitors kombiniert. Läuft ein Monitor mit 100Hz bedeutet dies
das er ein Bild 100mal in der Sekunde neu aufbaut. Durch eine Shutter Brille halbiert sich
praktisch diese Wiederholfrequenz, da ein Bild ja nun aus zwei Bildern besteht - für
jedes Auge eines. Der Monitor sollte folglich wenigstens 120Hz Vertikalfrequenz darstellen
können um in Verbindung mit der Brille noch effektive 60Hz zu liefern. Ergonomischer sind
noch 140Hz. Die meisten halbwegs modernen Monitore sollten wenigstens 120Hz bis zu einer
Auflösung von 800x600 schaffen. 1024x768 mit 120Hz bewerkstelligen allerdings nur bessere
Monitore. Wie man die Maximalfrequenz für den eigenen Monitor ausrechnet ist in folgendem
Kasten erklärt.
Bildwiederholfrequenz - Wie
man sie berechnen kann
Die maximale Vertikale Bildwiederholfreuenz
(Bilder pro Sekunde) eines Monitors hängt davon ab, wie schnell er seinen
Elektronenstrahl über alle Bereiche der Scheibe lenken kann. Dieser baut das Bild
zeilenweise - Punkt für Punkt auf. Somit ist die Zeit die benötigt wird um ein Bild
aufzubauen von der Horizontal Scan Rate abhängig. Ein Monitor mit einer HSR von 31,5KHz
benötigt 480/31.5k = 15.2ms um das Bild einmal auf dem Monitor darzustellen. Das bedeutet
das das Bild in einer Sekunde 1000ms/15.2ms = 65.6 mal dargestellt werden kann. Allerdings
benötigt das Zurücksetzen der Elektronenkanone aus dem unteren rechten Bereich in die
Startstellung oben links nach jedem Bild etwas Zeit. Effektiv sind es dann in diesem
Beispiel nur ca. 60Hz. |
Links zu Webseiten
mit Monitorinformationen
http://hawks.ha.md.us/hardware/monitor.html
http://www.hercules.com/monitors/
http://www.mindspring.com/~nunez/info/monitors/

Der IR Sender der Infrarot Version
Da die Darstellung an die Bildwiederholfrequenz gekoppelt ist
muss die Grafikkarte eine Verbindung mit der Brille haben um eine Synchronisation zu
gewährleisten. ELSA bietet zwei Varianten der Brille an: eine Infrarot- (IR) und eine
Kabelversion. Bei der IR-Variante werden die Sync-Signale wie bei einer TV-Fernbedienung
in Form eines Senders/Empfängers übertragen; bei der Kabel-Version durch ein festes
Kabel. Weitere Unterschiede zwischen den beiden Brillenvarianten ist die Bauform bzw. das
Gestell. Das Gestell der IR-Variante ist optisch deutlich ansprechender und hinterlässt
einen stabileren Eindruck. Die Shutter-Gläser an sich sind sind bei beiden Brillen aber
die gleichen.
Was ist der Unterschied zu anderen
Lösungen?
Mancher wird sagen das diese Technologie ja eigentlich ein
alter Hut ist. Die Brillen ähneln stark den 3D Brillen von Metabyte. ELSA bezieht die
Brillen vom gleichen Lieferanten wie Metabyte für seine Wicked3D-Brille. Die Shutter
Gläser weisen bei der ELSA Variante aber eine grössere Breite auf.
Auch von Miro gab es in der Vergangenheit eine spezielle 3D
Shutter Brille. Diese Brille bot jedoch wenig komfort, da die Bildwiederholrate arg
begrenzt war und eine spezielle Anpassung im Spiel erforderte. Die Lösung war auch auf
eine spezielle Grafikkarte beschränkt. Die ELSA Lösung funktioniert jedoch mit TNT/TNT2,
S3 Savage4 und 3Dfx Banshee - solange die Karte von ELSA ist.
RIVA Station 1999 - Lars Weinand |