
Die Brillen
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| Infrarot Version |
Kabelversion |
Wie anfangs erwähnt gibt es die 3D Revelator
Brille in einer Infrarot (IR) und einer Kabelversion. Die IR-Version kommt optisch
deutlich hochwertiger daher als die Kabelversion. Vor allem die Handhabe in der Praxis ist
bei der IR-Version deutlich angenehmer. Das Kabel stört doch recht stark, vor allem bei
der Aufbewahrung der Brille. Durch das Kabel ist allerdings die Stromversorgung der
Shuttergläser gesichert. Die IR-Variante bedient sich hierzu zweier Knopfbatterien.

Das Einschalten der IR-Brille ist über den
rechten Bügel realisiert. Erst wenn dieser ausgeklappt ist wird die Brille eingeschaltet.
Beide Brillen eignen sich auch für Brillenträger. Sie lassen sich beide zusätzlich zu
einer normalen Brille aufsetzen. Bei der Kabelversion lässt sich die Länge der beiden
Bügel verstellen indem man sie durch zwei mitgelieferte kürzere Bügel ersetzt.
Die Praxis
Es ist nicht alles Gold was glänzt. Der erste Eindruck bei
der Revelator ist recht euphorisch. Man merkt jedoch sehr schnell das für fast jedes
Spiel spezielle Anpassungen der Revelator Einstellungen nötig sind um den optimalen
Effekt zu bekommen. ELSA erleichtert diese mühsame prozedur durch ein
'In-Game-Control-Panel'.
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^ ELSA In Game Control Panel
Screenshot mit Control Panel > |
Dieses Panel lässt sich aus einem Spiel
heraus per Tastendruck aufrufen. Nun kann man direkt verschiedene Parameter in Echtzeit
verändern und die Wirksamkeit direkt überprüfen ohne das Spiel verlassen zu müssen.
Funktionstasten des Spiels sind in diesem Moment unwirksam. Wird das In-Game-Control-Panel
wieder deaktiviert stehen die Tasten des Spiels wieder zur verfügung. Das geniale an dem
Menü ist, daß man sich weiterhin frei bewegen bzw. weiterspielen kann während das Menü
aktiv ist, das Spiel also nicht eingefroren wird.
Funktionen des In-Game-Control-Panels
F1/F2 - vorderer Z-Wertes
(Stereo-veschiebung naher Objekte)
F3/F4 - hinterer Z-Wertes (Stereo-verschiebung entfernter Objekte)
F5/F6 - Scene aus dem Monitor heraus/hinein bewegen
F7/F8 - Einstellung der Stereobreite
F9 - DynaZ aktivieren/deaktivieren -
Dynamische Anpassung des Z-Wertes
F10 - Sichern der Einstellung (Anwendung wird im
ELSA Stereo Menü eingetragen)
F11/F12 - Faktor für nichtlineares Z-Mapping anpassen
NumPad * - Menü
aktivieren/deaktivieren
NumPad - - Strereo aktivieren/deaktivieren
Rollen - 3D-Screenshot |
Werden die im Control-Panel gemachten
Einstellungen mit F10 gesichert wird die Anwendung (EXE-Datei) im ELSA Stereo Menü mit
den gemachten Einstellungen eingetragen. Beim nächsten Start der Anwendung werden die
für die Anwendung bekannten Einstellungen automatisch vorgenommen. Eine Auswahl vor Start
des Spiels ist also nicht nötig. Ex- oder Importieren lassen sich die Einstellungen
leider nicht. Da die Einstellungen aber in der Registry gesichert werden
(HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\ELSA\Stereo3D) kann man sich durch exportieren der Schlüssel
behelfen.

Eine weitere Beigabe ist die Möglichkeit aus jedem Spiel
heraus 3D Screenshots zu machen. Wirkt eine Stelle in 3D besonders beeindruckend kann man
durch Druck der 'Rollen' Taste einen 3D-Screenshot machen, der sich über den ELSA
3D-Viewer später wieder in 3D anzeigen lässt. Auf diese Art kann man sogar eigene
'Screenshots' beispielsweise durch Verschiebung der Kamera in einem Raytracer erzeugen:

Download 'Borsti 3D' - 593KB
Alles in allem hat sich ELSA sehr viel Mühe
gegeben die Bedienung der an sich komplizierten Einstellung einfach zu gestalten - Mit
Erfolg! Man merkt sehr schnell was welche EInstellung bewirkt.
Die Spiele
Bisher funktioniert Revelator nur mit Direct3D Spielen. Ein
angepasster OpenGL-Treiber ist noch nicht erhältlich. Behelfen kann man sich provisorisch
mit dem OpenGL-Wrapper
von Scitech, der es ermöglicht OpenGL Spiele über Direct3D zu spielen. Dieser ist
allerdings nicht kostenlos und auch nicht besonders schnell. Q2 liess sich in 800x600 noch
einigermassen spielen, Q3Test war aber unanehmbar langsam. Der 3D-Effekt in der Map
Q3Test2 in der man auf verschiedenen Plattformen hin- und herspringt ist aber
atemberaubend. ELSA sollte wirklich einen OpenGL-Treiber für Revelator entwickeln, da es
in der vergangenheit eine Reihe von Spielen gab die auf der Q2 Engine beruhen. Bei der Q3
Engine wird dies sicher nicht anders sein.
Es funktioniert also in jedem Spiel? JEIN. Zaubern kann ELSA
auch nicht. Spieleprogrammierer wenden manchmal Tricks an um bestimmte Effekte zu
erreichen. Ein Beispiel hierfür sind die Glüheffekte der Lampen in Unreal. Hier liegt
eine Fläche vor der Lichtquelle die den Glüheffekt durch eine Halbdurchichtige (Alpha)
Textur erreicht. Da Revelator den Tiefeneindruck vom Abstand der Objekte zum Betrachter
(Z) errechnet schwebt dieses Glühen nun im Raum. Der Treiber kann bei solchen Sachen
einfach nichts ausrichten. Auch bei Zeilfadenkreuzen in First Person Shootern kann es
Probleme geben. ELSA bietet zwar auch hierfür eine Einstellung, aber diese funktioniert
leider nicht in jedem Spiel. Das Fadenkreuz ist dann doppelt vorhanden. Spiele die bisher
gar nicht laufen sind: Falcon4, Microsoft FlightSimulator 98, F22 Air Dominance Fighter
und Warzone 2100. Diese Spiele benutzen keinen Z-Buffer - und ohne Z keine
Tiefeninformation. Die Liste der Spiele die funktionieren ist aber endlos lang - Praktisch
jedes D3D Spiel das Z-Buffer benutzt.
Ein weiterer Schwachpunkt bei der 3D-Darstellungsqualität
kann der Monitor selbst sein. Da dieser immer sehr schnell zwischen zwei Bildern
umschalten muss ist die Nachleuchtzeit der Bildröhrenbeschichtung ein wichtiger Faktor.
Ist diese zu lang sind noch 'Geister Schatten', das sogenannte Ghosting wahrnehmbar. Dies
tritt vor allem bei hellen Objekten, z.B. Lichtquellen auf. Leider kann man im Vorfeld nur
wenig über die Nachleuchtzeit eines Monitors herausfinden. Im Zweifelsfall hilft nur das
Nachfragen beim Hersteller. Ich habe die Revelator auf einem ELSA Ecomo 19H98 getestet der
hier recht gut war. Etwas Ghosting war jedoch zu sehen. Hier muss man die Fähigkeit haben
bestimmte Effekte einfach zu ignorieren. Perfektionisten die in jedem Spiel einen
makellosen Effekt haben wollen, sollten von einer Shutter Brille eher die Finger weg
lassen. Es gibt ihn nicht - den Perfekten Effekt.
Mehr über Ghosting bei Stereo3D (Ghosting)
oder Stereovision.net (FAQ)
Ein weiterer Kritikpunkt ist der Verlust an Bildhelligkeit
der durch die Brille entsteht. Dies kann man aber durch Helligkeitseinstellungen im Spiel
oder am Monitor ausgleichen. Manchmal wünscht man sich auch einen Schutz vor Licht von
der Seite. Die Brille ist hier offen bzw. durchsichtig.
Installation und Treiber
Die Installation der Revelator ist denkbar einfach. ELSA
liefert ein kurzes Adapterkabel mit, das an den Monitorausgang der ELSA Grafikkarte
angeschlossen wird. Der Monitor und die Brille werden an dieses Kabel angeschlossen.
Durch das zusammenstecken
mehrerer Adapter können bis zu vier Brillen gleichzeitig betrieben werden. Der
Stereotreiber wird zusätzlich zum Grafikkartentreiber installiert. Damit dies
funktioniert sollte der neuste ELSA Treiber für die Karte verwendet werden. Ein Betrieb
an anderen Karten oder mit Referenztreibern funktioniert nicht. Die
einsetzbaren Karten sind: ELSA Victory II, ELSA ERAZOR II, ELSA ERAZOR III und ELSA Winner
II.
Treiberverhalten
Die Treiber hatten in Tests keine negativen
Auswirkungen auf die Stabilität der Spiele. Abstürze oder sonstige Instabilitäten gab
es keine. Der 3D Effekt kostet allerdings etwas Performance. Wieviel das zeigt der
folgende Test mit 3DMark99 MAX. Die
Werte wurden mit meinem Slot1 System mit Pentium II 450MHz und einer ELSA Erazor III
(TNT2) erzielt - allerdings mit Treibern auf Basis v1.2x!! Die Werte werden noch
deutlich steigen wenn Treiber auf Basis v1.8x erhältlich sind (In Arbeit)

Es zeigt sich das die Revelator Leistung, also
Framerate schluckt. Allerdings sollte man die Werte nicht zu ernst nehmen. Das
Benchmarkprogramm wird durch den Revelator-Treiber 'verwirrt'. Eine genaue Messung ist
nicht mehr möglich. Die Framerate ist in den beiden Game-Benchmarks z.B. auf genau
ziemlich genau 20fps festgelegt. Normalerweise schwankt diese während der Messung. Mit
Revelator bleibt die Anzeige bei 20fps festzementiert. Ob dieser Wert korrekt ist lässt
sich nur schwer sagen. 3DMark99MAX zeigt z.B. auch eine BIldwiederholrate von 18Hz an,
obwohl der Monitor mit 120 lief! Fest steht nur das 3D Revelator bei der Benutzung
Leistung schluckt. Wieviel genau vermag ich nicht sicher zu sagen. Auch Experimente mit
wechsel der Framebuffer-Modi (Double/Tripplebuffering (60/3=20!!??)) brachten keine
Änderung an dem Ergebniss. Die Spiele waren ausnahmslos problemlso spielbar. Da man
Monitorbegrenzt eh meist in 800x600 spielt und die einsetzbaren Karten hier mehr als genug
Leistung bieten ist etwas Performanceverlust hier kein Problem.
Gesundheitliche Argumente
In diversen (Nicht Computer) Magazinen wurde
berichtet das längeres Spielen mit Revelator zu Übelkeit führen kann. Entsprechendes
konnte ich bei mir nicht feststellen. Allerdings bin ich es auch gewohnt lange vor dem
Computer zu sitzen und ein guter und grosser Monitor tut ein übriges für ein entspanntes
Arbeiten/Spielen vor dem Rechner. Auch sonst sind keine negativen Gesundheitlichen
Auswirkungen von 3D Shutter Brillen bekannt. Der Sache mit der Übelkeit werde ich
jedenfalls nach der nächsten Party auf den Grund gehen ;-)
Trotz dieser Argumente ist ELSA 3D Revelator ein
absolutes Highlight, da es eine wirkliche Erweiterung des Spieleerlebnisses darstellt. Ein
Test der Brille kann sich nur auf dem erlebtem stützen, das kann man aber leider nur
schlecht in Zahlen fassen.
RIVA Station 1999 - Lars Weinand |