Revelator

3D Revelator - Räumliches Sehen

Die Revelator Brille in der Praxis

Specs und Fazit


 

 

Die Brillen

Infrarot Version Kabelversion

Wie anfangs erwähnt gibt es die 3D Revelator Brille in einer Infrarot (IR) und einer Kabelversion. Die IR-Version kommt optisch deutlich hochwertiger daher als die Kabelversion. Vor allem die Handhabe in der Praxis ist bei der IR-Version deutlich angenehmer. Das Kabel stört doch recht stark, vor allem bei der Aufbewahrung der Brille. Durch das Kabel ist allerdings die Stromversorgung der Shuttergläser gesichert. Die IR-Variante bedient sich hierzu zweier Knopfbatterien.

Batterien für ca. 200h

Das Einschalten der IR-Brille ist über den rechten Bügel realisiert. Erst wenn dieser ausgeklappt ist wird die Brille eingeschaltet. Beide Brillen eignen sich auch für Brillenträger. Sie lassen sich beide zusätzlich zu einer normalen Brille aufsetzen. Bei der Kabelversion lässt sich die Länge der beiden Bügel verstellen indem man sie durch zwei mitgelieferte kürzere Bügel ersetzt.

Die Praxis

Es ist nicht alles Gold was glänzt. Der erste Eindruck bei der Revelator ist recht euphorisch. Man merkt jedoch sehr schnell das für fast jedes Spiel spezielle Anpassungen der Revelator Einstellungen nötig sind um den optimalen Effekt zu bekommen. ELSA erleichtert diese mühsame prozedur durch ein 'In-Game-Control-Panel'.

In-Game-Control-Panel Screenshot mit Panel

^ ELSA In Game Control Panel

Screenshot mit Control Panel >

Dieses Panel lässt sich aus einem Spiel heraus per Tastendruck aufrufen. Nun kann man direkt verschiedene Parameter in Echtzeit verändern und die Wirksamkeit direkt überprüfen ohne das Spiel verlassen zu müssen. Funktionstasten des Spiels sind in diesem Moment unwirksam. Wird das In-Game-Control-Panel wieder deaktiviert stehen die Tasten des Spiels wieder zur verfügung. Das geniale an dem Menü ist, daß man sich weiterhin frei bewegen bzw. weiterspielen kann während das Menü aktiv ist, das Spiel also nicht eingefroren wird.

Funktionen des In-Game-Control-Panels

F1/F2 - vorderer Z-Wertes (Stereo-veschiebung naher Objekte)
F3/F4 - hinterer Z-Wertes (Stereo-verschiebung entfernter Objekte)
F5/F6 - Scene aus dem Monitor heraus/hinein bewegen
F7/F8 - Einstellung der Stereobreite
F9      - DynaZ aktivieren/deaktivieren - Dynamische Anpassung des Z-Wertes
F10    - Sichern der Einstellung (Anwendung wird im ELSA Stereo Menü eingetragen)
F11/F12 - Faktor für nichtlineares Z-Mapping anpassen

NumPad * - Menü aktivieren/deaktivieren
NumPad - - Strereo aktivieren/deaktivieren
Rollen       - 3D-Screenshot

Werden die im Control-Panel gemachten Einstellungen mit F10 gesichert wird die Anwendung (EXE-Datei) im ELSA Stereo Menü mit den gemachten Einstellungen eingetragen. Beim nächsten Start der Anwendung werden die für die Anwendung bekannten Einstellungen automatisch vorgenommen. Eine Auswahl vor Start des Spiels ist also nicht nötig. Ex- oder Importieren lassen sich die Einstellungen leider nicht. Da die Einstellungen aber in der Registry gesichert werden (HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\ELSA\Stereo3D) kann man sich durch exportieren der Schlüssel behelfen.

ELSA Stereo Treiber Menü

Eine weitere Beigabe ist die Möglichkeit aus jedem Spiel heraus 3D Screenshots zu machen. Wirkt eine Stelle in 3D besonders beeindruckend kann man durch Druck der 'Rollen' Taste einen 3D-Screenshot machen, der sich über den ELSA 3D-Viewer später wieder in 3D anzeigen lässt. Auf diese Art kann man sogar eigene 'Screenshots' beispielsweise durch Verschiebung der Kamera in einem Raytracer erzeugen:

Borsti in 3D
Download 'Borsti 3D' - 593KB

Alles in allem hat sich ELSA sehr viel Mühe gegeben die Bedienung der an sich komplizierten Einstellung einfach zu gestalten - Mit Erfolg! Man merkt sehr schnell was welche EInstellung bewirkt.

Die Spiele

Bisher funktioniert Revelator nur mit Direct3D Spielen. Ein angepasster OpenGL-Treiber ist noch nicht erhältlich. Behelfen kann man sich provisorisch mit dem OpenGL-Wrapper von Scitech, der es ermöglicht OpenGL Spiele über Direct3D zu spielen. Dieser ist allerdings nicht kostenlos und auch nicht besonders schnell. Q2 liess sich in 800x600 noch einigermassen spielen, Q3Test war aber unanehmbar langsam. Der 3D-Effekt in der Map Q3Test2 in der man auf verschiedenen Plattformen hin- und herspringt ist aber atemberaubend. ELSA sollte wirklich einen OpenGL-Treiber für Revelator entwickeln, da es in der vergangenheit eine Reihe von Spielen gab die auf der Q2 Engine beruhen. Bei der Q3 Engine wird dies sicher nicht anders sein.

Es funktioniert also in jedem Spiel? JEIN. Zaubern kann ELSA auch nicht. Spieleprogrammierer wenden manchmal Tricks an um bestimmte Effekte zu erreichen. Ein Beispiel hierfür sind die Glüheffekte der Lampen in Unreal. Hier liegt eine Fläche vor der Lichtquelle die den Glüheffekt durch eine Halbdurchichtige (Alpha) Textur erreicht. Da Revelator den Tiefeneindruck vom Abstand der Objekte zum Betrachter (Z) errechnet schwebt dieses Glühen nun im Raum. Der Treiber kann bei solchen Sachen einfach nichts ausrichten. Auch bei Zeilfadenkreuzen in First Person Shootern kann es Probleme geben. ELSA bietet zwar auch hierfür eine Einstellung, aber diese funktioniert leider nicht in jedem Spiel. Das Fadenkreuz ist dann doppelt vorhanden. Spiele die bisher gar nicht laufen sind: Falcon4, Microsoft FlightSimulator 98, F22 Air Dominance Fighter und Warzone 2100. Diese Spiele benutzen keinen Z-Buffer - und ohne Z keine Tiefeninformation. Die Liste der Spiele die funktionieren ist aber endlos lang - Praktisch jedes D3D Spiel das Z-Buffer benutzt.

Ein weiterer Schwachpunkt bei der 3D-Darstellungsqualität kann der Monitor selbst sein. Da dieser immer sehr schnell zwischen zwei Bildern umschalten muss ist die Nachleuchtzeit der Bildröhrenbeschichtung ein wichtiger Faktor. Ist diese zu lang sind noch 'Geister Schatten', das sogenannte Ghosting wahrnehmbar. Dies tritt vor allem bei hellen Objekten, z.B. Lichtquellen auf. Leider kann man im Vorfeld nur wenig über die Nachleuchtzeit eines Monitors herausfinden. Im Zweifelsfall hilft nur das Nachfragen beim Hersteller. Ich habe die Revelator auf einem ELSA Ecomo 19H98 getestet der hier recht gut war. Etwas Ghosting war jedoch zu sehen. Hier muss man die Fähigkeit haben bestimmte Effekte einfach zu ignorieren. Perfektionisten die in jedem Spiel einen makellosen Effekt haben wollen, sollten von einer Shutter Brille eher die Finger weg lassen. Es gibt ihn nicht - den Perfekten Effekt.

Mehr über Ghosting bei Stereo3D (Ghosting) oder Stereovision.net (FAQ)

Ein weiterer Kritikpunkt ist der Verlust an Bildhelligkeit der durch die Brille entsteht. Dies kann man aber durch Helligkeitseinstellungen im Spiel oder am Monitor ausgleichen. Manchmal wünscht man sich auch einen Schutz vor Licht von der Seite. Die Brille ist hier offen bzw. durchsichtig.

Installation und Treiber

Die Installation der Revelator ist denkbar einfach. ELSA liefert ein kurzes Adapterkabel mit, das an den Monitorausgang der ELSA Grafikkarte angeschlossen wird. Der Monitor und die Brille werden an dieses Kabel angeschlossen.

Kabeladapter Anschluss-Stecker der Brille

Durch das zusammenstecken mehrerer Adapter können bis zu vier Brillen gleichzeitig betrieben werden. Der Stereotreiber wird zusätzlich zum Grafikkartentreiber installiert. Damit dies funktioniert sollte der neuste ELSA Treiber für die Karte verwendet werden. Ein Betrieb an anderen Karten oder mit Referenztreibern funktioniert nicht. Die einsetzbaren Karten sind: ELSA Victory II, ELSA ERAZOR II, ELSA ERAZOR III und ELSA Winner II.

Treiberverhalten

Die Treiber hatten in Tests keine negativen Auswirkungen auf die Stabilität der Spiele. Abstürze oder sonstige Instabilitäten gab es keine. Der 3D Effekt kostet allerdings etwas Performance. Wieviel das zeigt der folgende Test mit 3DMark99 MAX. Die Werte wurden mit meinem Slot1 System mit Pentium II 450MHz und einer ELSA Erazor III (TNT2) erzielt - allerdings mit Treibern auf Basis v1.2x!! Die Werte werden noch deutlich steigen wenn Treiber auf Basis v1.8x erhältlich sind (In Arbeit)

3DMark99MAX - Handle with care!

Es zeigt sich das die Revelator Leistung, also Framerate schluckt. Allerdings sollte man die Werte nicht zu ernst nehmen. Das Benchmarkprogramm wird durch den Revelator-Treiber 'verwirrt'. Eine genaue Messung ist nicht mehr möglich. Die Framerate ist in den beiden Game-Benchmarks z.B. auf genau ziemlich genau 20fps festgelegt. Normalerweise schwankt diese während der Messung. Mit Revelator bleibt die Anzeige bei 20fps festzementiert. Ob dieser Wert korrekt ist lässt sich nur schwer sagen. 3DMark99MAX zeigt z.B. auch eine BIldwiederholrate von 18Hz an, obwohl der Monitor mit 120 lief! Fest steht nur das 3D Revelator bei der Benutzung Leistung schluckt. Wieviel genau vermag ich nicht sicher zu sagen. Auch Experimente mit wechsel der Framebuffer-Modi (Double/Tripplebuffering (60/3=20!!??)) brachten keine Änderung an dem Ergebniss. Die Spiele waren ausnahmslos problemlso spielbar. Da man Monitorbegrenzt eh meist in 800x600 spielt und die einsetzbaren Karten hier mehr als genug Leistung bieten ist etwas Performanceverlust hier kein Problem.

Gesundheitliche Argumente

In diversen (Nicht Computer) Magazinen wurde berichtet das längeres Spielen mit Revelator zu Übelkeit führen kann. Entsprechendes konnte ich bei mir nicht feststellen. Allerdings bin ich es auch gewohnt lange vor dem Computer zu sitzen und ein guter und grosser Monitor tut ein übriges für ein entspanntes Arbeiten/Spielen vor dem Rechner. Auch sonst sind keine negativen Gesundheitlichen Auswirkungen von 3D Shutter Brillen bekannt. Der Sache mit der Übelkeit werde ich jedenfalls nach der nächsten Party auf den Grund gehen ;-)

Trotz dieser Argumente ist ELSA 3D Revelator ein absolutes Highlight, da es eine wirkliche Erweiterung des Spieleerlebnisses darstellt. Ein Test der Brille kann sich nur auf dem erlebtem stützen, das kann man aber leider nur schlecht in Zahlen fassen.

RIVA Station 1999 - Lars Weinand

 

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