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Warum noch PCI?

Mit dem AGP Bus führte Intel einen speziell für Grafikkarten gedachten Bus beim PC ein. Dies sorgte sehr schnell zu einem Verschwinden von PCI Grafikkarten, da das neue System gegenüber PCI viel Vorteile versprach. So ist der AGP Bus mit 66MHz doppelt so schnell getaktet als PCI mit 33MHz. Der PCI Bus ist mit seiner Übertragungsrate auf 133MB/sec begrenzt. AGP bietet durch den höheren Takt von 66MHz mit 266MB/sec im AGP 1X Mode eine doppelt so hohe Transferrate. Hinzu kommt das AGP kein Bus im eigentlichen Sinne ist sondern die CPU ohne Umwege Daten über AGP an die Grafikkarte schicken kann. Neben dem 1X Modus, der eigentlich nur bei Kompatibilitätsproblemen genutzt wird gibt es bei AGP noch den 2X und 4X Modus. Auch hier ist der Takt auf 66MHz festgesetzt. Durch den Trick, Daten auf der steigenden und fallenden Flanke des Signals zu übertragen erreicht AGP 2X jedoch eigentlich 133MHz und schafft damit 533MB/sec. Im 4X Modus verdoppelt sich der Druchsatz nochmals auf max. 1066MB/sec - fast das 10-fache des PCI Bus. Spezielle AGP Modi wie Fast Writes und Sideband Adressing erhöhen den Datendurchsatz gegenüber PCI nochmals. Zu den weiteren Features des AGP gehört das Auslagern von Texturen von der Grafikkarte in den Arbeitsspeicher des Rechners.

Der "klassische" PCI Slot

Universal AGP Slot (2x/4x)

Warum also PCI? In der Theorie ergibt es keinen Sinn sich heutzutage noch eine PCI Grafikkarte zuzulegen. Der Markt wird von AGP Karten beherrscht. Es gibt allerdings durchaus Situationen in denen auch heut noch eine PCI Karte her muß. So kommen viele Kaufhaus Komplettrechner mit Onboard AGP Grafik daher. Ein AGP Steckplatz ist auf solchen Billig-Mainboards meist nicht vorhanden. Wer die   verwendete Spargrafikkarte ersetzen will kommt dann um ein PCI Modell nicht herum. Auch Intels Low-Cost Chispatz i810 ist nicht mit einem AGP Slot ausgestattet. Eine anderes Problem ergibt sich für Besitzer früher Super Socket 7 Mainboards. Hier gibt es sehr oft noch AGP Kompatibilitäts und Stabilitätsprobleme. Ich erinnere mich hier noch an das Drama mit ALI Super Socket 7 Mainboards und TNT2 Karten.


AGP als Schaubild am Beispiel des Intel BX Chipsatz

Das nächste Problem kann die Stromversorgung über den AGP Bus sein. Die 3,3V Stromversogung ist gerade auf frühen AGP Mainboards zu schwach ausgelegt. Gerade GeForce oder TNT2 Ultra Karten gehen mit teilweise mehr als 6 Ampere Stromverbrauch über die AGP Spezifikationen hinaus. Ist der Spannungswandler auf dem Mainboard dann zu schwach ausgelegt kommt es zu Problemen. Gigabyte hat als so ziemlich einziger Hersteller diese Problematik öffentlich zugegeben und warnt vor Verwendung bestimmter Grafikkarten auf älteren Gigabyte Mainboards. Aber auch andere Hersteller haben diese Probleme - auch wenn auf deren Webseiten meist nichts darüber zu lesen ist. Auf der Packung von ASUS AGP Grafikkarten prangt z.B. ein Aufkleber der vor Verwendung der Karte auf Mainboards mit ALI Chipsatz warnt.
Die Schuld schieben sich Grafikkarten Hersteller und Mainboardhersteller oft gegenseitig in die Schuhe. Dem Besitzer eines solchen Mainboards hilft das freilich nicht. Er trägt das Risiko das die neu gekaufte Karte nicht oder nur instabil läuft. Der logische Schritt vor dem Kauf beim Mainboard- oder Kartenhersteller nachzufragen scheitert meist durch den mangelhaften Support. So habe ich Seitens der Grafikkartenhersteller bisher nur bei ELSA (Link1/Link2) eine Liste getesteter Mainboards gesehen. Aber auch hier ist die Liste eigentlich viel zu kurz. Wer also ein älteres Mainboard (1 Jahr) besitzt sollte beim Karten Neukauf vorsichtig sein und ein Umtauschrecht mit dem Händler vereinbaren. Das ist aber beim Bestellen bei einem der billigen Versandhändlers kaum möglich. Hier bleibt nur noch die Möglichkeit sich eine entsprechende Karte bei einem Bekannten für einen kurzen Test auszuleihen. Läuft die Karte nach 2 Stunden 3D Einsatz noch kann man davon ausgehen das es zu keinen weiteren Problemen kommt. Hat man jedoch häufig Abstürze oder friert das Bild im Spiel einfach ein sollte man vom Kauf absehen - oder gleich zu einer PCI Karte greifen. Da diese über die starke 5V Leitung versorgt werden und einen eigenen Spannungwandler auf der Karte selbst haben gibt es diese Probleme bei PCI nicht. Wer ein Markenmainboard muss normalerweise aber nicht mit Problemen rechnen. Aber ein Freifahrschein ist das auch nicht (siehe Gigabyte).

Die letzte Zielgruppe für PCI Karten sind Overclocker. Die neusten BX Mainboards bieten die Möglichkeit den FSB mit 133MHz oder mehr zu betreiben. Die Erhöhung des FSB ist die einzige Möglichkeit Intel CPU´s zu übertakten, da der Multiplikator auf der CPU fest verdrahtet ist. Gerade die langsamen CPU´s sind bei Overclockern sehr beliebt, da diese meist viel höhere Taktraten wegstecken als vorgegeben. So laufen die meisten Intel Coppemines FCPGA 550E problemlos mit 700MHz oder mehr. Dies erreicht man aber nur indem man den FSB des Mainboards erhöht. Viele moderne BX Mainboards werben dann auch stolz mit 133FSB auf der Packung - Dabei verschweigen die Hersteller jedoch das dabei der AGP Bus total übertaktet wird. Ein Beispiel:

Man taktet die besagte 550E CPU mit 124MHz FSB. Bei dem Multiplikator von 5,5 bedeutet dies:

5,5 * 124 = 682MHz.


Taktraten des PCI bei unterschiedlichen FSB Frequenzen am Beispiel des ASUS P3B-F Mainboards

Hier muss man nur aufpassen das das Mainboard ein einstellen des PCI Takts erlaubt damit dieser nicht zuviel übertaktet wird. Das ASUS P3B-F erlaubt beispielsweise das Einstellen eines PCI Taktes von 31MHz bei einem FSB von 124. Das verstellen des AGP erlaubt allerdings kein einziges Mainboard. Der AGP läuft entweder mit vollem 1/1 FSB Takt (Für 66MHz FSB Celeron CPU´s) oder 2/3 des Taktes (von 100Mhz=66MHz). Bei einem FSB von 124 wird der AGP also mit 82Mhz übertaktet. Das sind rund 25% oberhalb der AGP Spezifikation. Nicht jede AGP Karte macht das auf Dauer problemlos mit. Die Grafikkarten-Hersteller warnen sogar mit einem Verlust der Garantie. Der PCI läuft hier mit 31MHz jedoch solgar leicht unterhalb der Specs. so da selbst anfällige SCSI Controller keine Probleme machen.

Wer also beim Übertakten auf Nummer sicher gehen will sollte eine PCI Karte in Erwägung ziehen, da man damit flexibler ist. Die Frage dabei ist: Um wieviel langsamer ist eine PCI Karte gegenüber ein AGP Karte?

Um der Frage auf den Grund zu gehen habe ich eine ASUS V3800 PCI TNT2 Karte gegen eine AGP Version antreten lassen. ASUS bietet die V3800 PCI als normale TNT2 mit 125/150Mhz in einer 16MB und einer 32MB Version an. Getestet wurde hier die 32MB Version. Als AGP Karte habe ich eine V3800 AGP Ultra Deluxe benutzt, die mittels Powerstrip auf 125/150MHz heruntergetaktet wurde. Durch das schnellere 5,5ns RAM hat die Ultra leichte Vorteile durch deren schnellere RAS/CAS Refresh Zeiten. Dieser ist jedoch nur marginal. Die schnelle Zugriffszeit ist eigebtlich nur für höhere Taktraten wichtig.

Inhalt:
Warum noch PCI?

ASUS PCI V3800
Game-Benches
3DMark 2000
Fazit

 

 

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